Basel (Schweiz): Jusqu‘ici tout va bien… „Reclaim The Streets“

In der Nacht auf Sonn­tag, kurz nach Mit­ter­nacht, fand in Basel eine spon­ta­ne Stras­sen­par­ty (“Re­claim the Streets”) mit über 100 Men­schen statt. Vom Klein­ba­sel ging es mit guter Musik, tol­ler Stim­mung und spo­ra­di­scher Py­ro­tech­nik über die Drei­ro­sen­brü­cke, den Volta­platz und schliess­lich durch neb­li­ge Stras­sen zur Villa Ro­senau, wo noch bis in die Mor­gen­stun­den ge­fei­ert wurde.

Der Umzug war spon­tan or­ga­ni­siert wor­den, unter an­de­rem als Re­ak­ti­on auf die üble Hetz­kam­pa­gne der jüngs­ten Ver­gan­gen­heit von Sei­ten der BaZ und von Te­le­Ba­sel, die auf eine Dis­kre­di­tie­rung der seit 2004 be­ste­hen­den Villa Ro­senau ab­zielt.

Die völ­lig kom­mer­zia­li­sier­te und durch­ge­styl­te Aus­geh-​Kul­tur, die po­li­zei­li­che Kon­trol­le des öf­fent­li­chen Raums, die “Auf­wer­tung” gan­zer Quar­tie­re zum Nach­teil är­me­rer Be­völ­ke­rungs­schich­ten – dies sind nur ei­ni­ge der The­men, gegen die mo­men­tan mit den un­ter­schied­lichs­ten Ak­ti­ons­for­men pro­tes­tiert und Wi­der­stand ge­leis­tet wird. [weiter ..]

RTS in Basel

  RTS in Basel


Die Stadt ist für alle da! Reclaim the streets! > DEMOPARTY Sa, 26.7.03 20 Uhr Barfüsserplatz, Basel

Am Mittwoch, den 23. Juli 03, um 6 Uhr begann die Polizei in der elsie Türen einzuschlagen, Räume aufzubrechen und Menschen abzuführen. Die Stiftung Habitat, die Besitzerin der Liegenschaften elsässerstrasse 5-11a, hatte den Nutzungsvertrag für die Gebäude im Hinterhof im wahrsten Sinne fristlos gekündigt.

Die Kündigung erreichte die BewohnerInnen und BenutzerInnen erst um 9.45 Uhr mit der Post. Zu diesem Zeitpunkt waren die Räumlichkeiten schon durch die Polizei und Bauarbeiter geräumt, die Abbrucharbeiten in vollem Gange. Der Hof der elsässerstrasse 5-11a wird von zahlreichen Personen genutzt, alle trafen die Vorkommnisse aus heiterem Himmel. In den aktiv genutzen kommerzfreien Kulturraum im Keller der elsie verteilte die Habitat 5 Lastwagen voll Kies, um diesen unbrauchbar zu machen.

Durch das überfallartige Vorgehen um 6 Uhr morgens, wenn noch keine Anwältin und kein Anwalt zu erreichen ist und die Gerichte noch geschlossen sind, und durch das unglaubliche Tempo, mit dem begonnen wurde abzureissen, wurde den Betroffenen jede Möglichkeit, sich auf dem legalen Weg zu wehren, genommen.

Im Verlaufe der Polizei- Aktion kam es zu mehreren Verhaftungen. Die Verhafteten wurden zu Boden geworfen, an die Wand geschleudert und/oder von vier bis fünf Polizeibeamten gleichzeitig traktiert. Blutergüsse und Schürfungen sind die Folgen Auch die neubesetzte villa amparo auf dem Bruderholz ist vom Abriss bedroht. Schon im Herbst sollen dort die Abrissbagger ans Werk.

Reclaim the streets! Gegen die rücksichtslose Zerstörungspolitik der Stiftung Habitat! Gegen den Abriss der villa amparo und der elsässerstr. 5-11a! Für den Erhalt von günstigem Wohnraum und kommerzfreier Kulturräume! Für eine lebendige Stadt! Wir lassen uns nicht vertreiben! Die Stadt ist für alle da, nicht nur für die Reichen!

[squat!net]


Schweiz: 26. July Kundgenug in Winterthur und RTS in Basel

  26. July Kundgenug in Winterthur und rts in basel [beides schweiz]


26. juli: kundgebung in winterthur/schweiz: keine räumung besetzter häuser!

seit nun gut drei wochen ist in winterthur das haus am sennhofweg 55 besetzt. die liegenschaft befindet sich im besitz von bruno stefanini’s terresta AG. stefanini — ein über die stadtgrenzen von winterthur hinaus bekannter und (v.a. bei seinen mieterInnen) gefürchteter immobilienhai — blockiert z.zt. jegliche verhandlungen über einen verbleib der besetzerInnen im sennhofweg.

angesichts der auch in winterhtur grassierenden wohnungsnot wollte sich stefanini aber den medien gegenüber als gönnerhaft präsentierten: er bot den besetzerInnen als alternative die halb verfallene, kaum bewohnbare abbruchliegenschaft an der schaffhauserstr. 62 an, in winterthur seit eh und je bekannt unter dem namen “rattenloch”. die besetzerInnen dürften fünf jahre bleiben, müssten aber das haus selber instand setzten. (weitere infos unter www.indymedia.ch/de/2003/07/12792.shtml).

das angebot ist natürlich eine frechheit sondergleichen, denn stefanini will, dass die besetzerInnen sein nicht mehr bewohnbares haus kostenfrei wieder instand setzen, damit er es nachher wieder vermieten kann. dazu scheinen die besetzerInnen aber weder zeit noch lust zu haben: sie wollen am sennhofweg 55 bleiben. für den 4. august droht stefanini damit, den sennhofweg räumen zu lassen, falls die besetzerInnen auf sein ach so grosszügiges angebot nicht eingehen sollten.

die bewohnerInnen des sennhofwegs brauchen unsere solidarität, deshalb:

SENNHOFWEG BLEIBT! STEFANINI AUF DIE PELLE RÜCKEN! KUNDGEBUNG IN WINTERTHUR/SCHWEIZ SAMSTAG 26.7.03, 14.00 UHR JUSTIZIABRUNNEN/MARKTGASSE DANACH VOLXKÜCHE AUFM LAND (GRILLZOIX SELBER MITBRINGEN)

am Mittwoch 23. juli 2003 haben um 6.00h morgens die bullen mit der räumung des hinterhofes und des Konzertkellers in der Elsie begonnen. der hinterhof wird im moment abgerissen, der konzertkeller wurde mit kies aufgefüllt und somit unbenutzbar gemacht. Auch der neubesetzten Villa Amparo droht das ende: ruckzuck wurde ein baugesuch eingegeben, bereits auf diesen herbst soll jetzt auch mit dem abriss begonnen werden. wir lassen uns nicht vertreiben, nicht in basel und nirgendwo! deshalb: Samstag 26. juli 2003 ab 20.00h Reclaim the Streets!!! Treffpunkt: Barfüsserplatz in basel die elsie bleibt! die Villa amparo bleibt! für selbstbestimmten, sozialen wohn- und kulturraum!!! squat the world!

[squat!net]