Berlin: Der Kampf um die Liebig34 geht in die naechste Runde

Der Gerichtstermin um die Raeumung unseres anarcha-queer-feministischen Hausprojekts soll am 20.09.19 stattfinden. Padovicz will uns unser Haus nehmen und Politiker*innen wollen, dass wir die Fuesse stillhalten und einfach abwarten und zusehen, was irgendwelche Gerichte ueber unsere Zukunft entscheiden werden.
Aber wir lassen nicht irgendwelche cis-Maenner entscheiden, was mit unserem anarcha-queer-feministischen Projekt und Zuhause passieren wird. Wir sind schon laenger scheisse wuetend und werden es auch noch bleiben!

Die vergangenen Wochen im Nordkiez

In der letzten Zeit hat die Bullenpraesenz in unserem Kiez mal wieder massiv zugenommen. Helis fliegen des Oefteren die Woche tagsueber und auch nachts ueber unsere Daecher, Bullenwannen fahren routiniert ihre Schichten in der Nachbarschaft und Personenkontrollen werden wieder zur Alltaeglichkeit.
Selbst an unseren Dorffest, selbstorganisiert mit unseren Nachbar*innen, bei dem das Variete und der Mit-mach-Zirkus viele Kinder aus der Nachbarschaft anzogen, stellten sich die Cops bedrohlich auf und versuchten unsere gemeinsamen Tage zu stoeren.
Auch sind in den letzten Wochen immer wieder Menschen aus unserer naeheren Umgebung verhaftet und in Gewahrsam genommen worden. Der Umgang mit unseren Freund*innen war gewalttaetig und sexistisch von Seiten der Polizei. Sei es morgens beim Kaffee holen oder abends beim gemeinsamen Kuefa essen, die Bullen kommen und versuchen staendig uns von allen Seiten klein zu halten. Sei es durch den Staatsapparat seitens des Senats und Bezirks, die versuchen uns mit allen Mitteln zum Schweigen zu bringen oder durch die taegliche Konfrontation und Schikane durch die Cops. Es wird uns vermittelt, dass Angst geschuert werden soll.
Aber wir lassen uns nicht einschuechtern und fuer uns ist es eine Selbstverstaendlichkeit, dass wir Widerstand leisten.
Wir wissen schon laengst, dass dieser Umgang uns gegenueber nur eine Reaktion auf unsere Mobilisierung und den gemeinsamen Kampf gegen Verdraengung, Patriarchat, Diskriminierung und Kapital ist. Dies weckt in uns die Hoffnung, dass unser Kampf gegen die Stadt der Reichen und Maechtigen Fruechte tragen koennte.

Ein Blick in unsere Zukunft
Wie auch schon vor der akuten Bedrohung der Raumung, ist und bleibt es wichtig, sich den Dorfplatz, autonome Raeume und Strassen nicht nehmen zu lassen und Praesenz zu zeigen. Es ist Sommer in Berlin, ein Grund mehr unser Leben auf die Strassen zu verlagern. Lasst uns gemeinsam Padovicz und all den anderen Spekulanten zeigen, was wir von dem Gerichtstermin halten. Unterstuetzt uns mit euren kreativen Soli-Aktionen, setzt eure Kaempfe in Bezug zu unseren Kaempfen. Es gilt nicht nur einen besonderen Tag, wie den Tag unserer Raeumung, in Fokus unserer Wut zu setzen. Dezentrale Aktionen, jetzt und ueberall, um der Normalitaet des Schweigens etwas entgegen zu setzen!
Selbst wenn sie unser Haus raeumen werden, unsere Traume, politischen Ideale und Utopien, die hinter dem Haus stehen, koennen sie nicht rauemen. Der Kampf gegen Kapital, Verdraengung, Patriarchat und Diskriminierung laesst sich nicht nur an einem Projekt und einem Tag festmachen. Es ist Zeit: Lasst uns rebellisch-feministische Banden bilden!

Wir werden weiter kaempfen fuer ein hierarchiefreies Leben fernab von Patriarchat und Kapitalismus. Fuer das Erlangen von anti-staatlichen Perspektiven. Fuer eine befreite Gesellschaft, in der Wohnraum keine Ware ist!

Liebig34
Liebigstraße 34
10247 Berlin
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