Besetztes Haus in Santiago de Chile

  Besetztes Haus in Santiago de Chile


Es gibt zur Zeit nur ein besetztes Haus in Santiago de Chile. Allerdings gab es in Chile auch keine grosse Besetzerzeit wie im Europa der 80er Jahre – hierfuer gab es die bekannten Gruende, die jetzt mit Vokabeln wie “Ex-Diktator” umschrieben werden.

Die Besetzerbewegung in Chiele startete erst ab dem Jahr 1990. Das Haus was jetzt besetzt ist (es gab bislang drei besetzte Haeuser in Chile) ist nun eineinhalb Jahre besetzt.

Die gesetzliche Situation in Chile schuetzt die Besetzer zur Zeit gluecklicherweise:

Ein Haus kann nicht geraeumt werden, wenn

  • die Besitzer des Hauses oder das Land nicht klagen
  • oder sich der Besitzer einfach nicht um das Haus kuemmert.

Anfangs war das Haus hauptsaechlich von Obdachlosen und Junkies bewohnt, mittlerweile haben jedoch richtige Besetzer das Haus quasi uebernommen.

Die Polizei brauchte nach der Besetzung erstmal drei Monate, um ueberhaupt rauszufinden, dass das Haus besetzt ist. Zur Zeit kommen sie nur manchmal vorbei um irgendwelche Fragen zu stellen und machen sonst aber nichts.

Das Haus selbst ist eine alte Backfabrik und muss erheblich instandgesetzt werden. Wasser, Elektrizitaet und Telefon gehen aber noch. Ab und an gibt es Konzerte, bei denen der Erloes fuer die Reparatur des Daches der Haupthalle genutzt wird.

Alkohol gibt es bei den Konzerten nicht – zu schlecht waren die Erfahrungen mit Schlaegereien und Leuten die nur noch Sachen kaputtmachen.

Ansonsten gibt es in dem Haus noch einen kleinen Innenhof, in dem bald Gemuese angebaut werden soll (wahrscheinlich naechstes Fruehjahr, also bei uns im Herbst). Insgesamt wohnen so 20 bis 30 Leute im Haus – die meisten sind Punks.

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Programm der Autonomen Woche (3. bis 11. März 2001) in D i j o n

  Programm der Autonomen Woche (3. bis 11. März 2001) in D i j o n


Vom 3. bis 11. März organisieren autonome Gruppen, Hausbesetzer und selbstverwaltete Zentren in Dijon eine autonome Aktionswoche. Warum? Um einen Überblick zu geben über die autonomen Initiativen in Dijon : Wohnraum und Squats, Feminismus, Antiimperialismus, alternative Kulturszene, Gewerkschaftsbewegung, Antifaschismus, Solidarität Nord – Süd, Aktionen zur Verbesserung im öffentlichen Nahverkehr, Fahrräder gegen Autos in der Stadt und vieles andere mehr. In der gegenwärtigen Wahlkampfperiode bemühen sich die Parteien und politischen Institutionen um den Erhalt ihrer Machtpositionen. Wir wollen nicht mit in den selben demagogischen Diskurs einsteigen, sondern zeigen, daß es echte, selbstbestimmte Alternativen gibt. Wir möchten, daß sich diese Alternativen dank eines permanenten gegenseitigen Austausches weiterentwickeln. Hier also einige Termine, zu denen alle Interessierten herzlich eingeladen sind :

3. März Eröffnung , Walzer, Kreativität, 21h – « Tanneries » : Die Tanneries haben für die autonome Woche das Motto « Do It Yourself” ausgegeben: autonome Musik machen ohne die Großen der Musikindustrie; die herrschende Kultur durch eigene Kreativität in Frage stellen. Folgende Gruppen spielen zum Tanz auf : Goofball (Frauen Pop-Punk – St-Etienne) Lack of Reason ( Frauene Emo-Pop-Core – St-Etienne), Spartak Syrkus (Revival von Musik aus dem Osten – Grenoble) Chicken’s Call (Ska-Punk – Terre) Beitrag : 20 FF Literatur, Speis und Trank vorhanden

4. und 5. März, 14h – « Tanneries » : Die Autonome Woche ist ein aktiver Prozeß. Keine passive Teilnahme oder bloßes Konsumieren! Macht mit ! Eure Ideen interessieren uns. Das Wissen und Können, je verrückter, desto besser, einer/s jeden ist angefragt. Wir schlagen Euch dieses Treffen am 4. und 5. 3. vor, um die Aktionswoche gemeinsam vorzubereiten. – Rechtsschutzworkshops – Weitergabe von Informationen

19h – « Tanneries » Pressekonferenz, Vorstellung der Aktionswoche und ihrer ProtagonistInnen

6. März – Solidarität, Antiimperialismus und Anarcho-Syndikalismus

Im vergangenen Februar haben 2 KolumbianerInnen vom PCN (Proceso de las Comunidades Negras) in Dijon dazu aufgerufen, gegen den « Kolumbienplan » zu protestieren, da dieser sowohl die Auslöschung indigener schwarzer und farbiger Dorfgemeinschaften als auch die Zerschlagung aller antiimperialistischen Widerstandsgruppen in ihren Land vorsieht. Unter dem häufig gebrauchten Deckmantel des Kampfes gegen Drogen wollen die USA und Europa der kolumbianischen Regierung 4 Mrd USD für fast ausschließlich Rüstungsausgaben leihen. Dies bedeutet eine Verschärfung der blutigen Unterdrückung der kolumbianischen DissidentInnen. (mehr Infos dazu auf der Maloka Homepage) Eine Solidaritätsaktion mit den kolumbianischen WiderstandskämpferInnen wird stattfinden : Infos zu den Massakern, die unsere Regierungen vorbereiten. 20h – im Café du marché le “Chez-Nous” Die CNT lädt ein zu einem Videoabend mit Diskussion. Die CNT ist keine Gewerkschaft wie jede andere …

7. März “Culture alternative, éducation, zonzon” (Alternative Kultur, Bildung, dummdumm?) 15h-19h – im autonomen Laden “Infoshop” alternativer Kiosk : unabhängige Musikprodukte (Vinyl, Kassetten, Punk, Hardcore, Ska, Jazz, Noise u.a.)Bücher, Hefte usw. Geöffnet in der Regel samstags und ausnahmsweise am Mittwoch zwischen 15h und 19h. 17h – in der FAC de Lettres : CNT-FAU lädt ein zu einem Treffen zum Thema alternativer Bildung und autonomer Erfahrungen in diesem Sektor. Die CNT-FAU ist eine Gewerkschaftsgruppe, die an der Uni in Dijon arbeitet, vor allem im Rahmen von Bemühungen um Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis 20h – im automomen Laden « Local Libertaire » : Solirestaurant für die Ortsgruppe des Schwarzen Anarchistischen Kreuzes « la Croix Noire Anarchiste », welche sich aktiv um Gefangenenhilfe kümmert. Nach dem Essen soll ein 25minütiger Dokumentarfilm über in Frankreich und Spanien einsitzende baskische Häftlinge gezeigt werden, danach ein Dokumentarfilm von Jean-Michel Carré über das Quartier Femmes de Fleury-Mérogis. Die Einnahmen des Abends gehen in die Gefangenenhilfe.

8 März – Frauen im Kampf Die Machtverhältnisse Mann- Frau in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens sind noch lange nicht gekippt.Frauen reagieren auf diese versteckte, tägliche Gewalt. 10h – an der Uni : FAC de Lettres / 15h – place du Bareusai : den ganzen Tag lang Pressetische der Feministinnen 19h – in der “Courdémone” gemischter Frauenabend mit Video, Diskussionen zum feministischen Kampf, Apéro-sandwiches, offen für jedeN 9 März – Squats, Räumung, Widerstand Seit einigen Jahren werden in Dijon wie auch anderswo aufgegebene Gebäude besetzt und zu neuem Leben erweckt. Weil dadurch das Eigentumsrecht grundlegend in Frage gestellt wird, sind diese Orte permanent von Räumung bedroht. Dagegen wehren wir uns. Aktionen von HausbesetzerInnen. 16h – im Squat « Pamplemousse » Tag der offenen Tür für eine « expo-vidéo-squat » 20h – im « Pamplemousse » weitere Infos zum Thema “Was ihr schon immer über Squatten wissen wolltet und Euch nie zu fragen getraut habt »

10 März Vokü, Konferenz, Musik 13h – place du Bareuzai : Weil es besser ist, gemeinsam zu handeln, als wählen zu gehen, rufen die Autonomen zu einer großen Vokü und Straßenbesetzung auf : Für eine selbstverwaltete Stadt ! Öffentliche Foren, Pressetische, Aktionen, Musik, Performances. JedeR bringt Essen mit und was sonst noch benötigt wird. Um Punkt 18h in den “Tanneries”die autonome Gruppe lädt Domenico Liguori, Mitglied der Fédération Municipale de base d’Espezzano Albnes (Calabrien, Italien) zu einer Kampfkonferenz ein. Er wird von seinen Erfahrungen mit autonomer Stadtverwaltung berichten und ist bereit, mit Euch zu streiten. Parallel dazu stellt sich « Tanneries » als kulturelles, soziales und politisches selbstverwaltetes Stadtprojekt vor. Eintritt frei, Nichterscheinen daher nicht entschuldbar. 21h – « Tanneries » Ska Konzert. Die Einnahmen des Abends werden für antifaschistische und Gemeinschaftprojekte in Dijon verwendet. 20 FF Eintritt. Gruppen : Affliction (hc-punk – Troyes) W5 (ska-core – Grenoble) Robotnicka (émo-pop-hc – Dijon/Ecosse) Les Lutins Bleus (reggae-ska-folk – Terre)

11 mars – Ausstellung, Erdnüsse und Percussion 14h – « Collectif N°6 » : Eine Ausstellung, Performances und ein “take five tea time” sowie ein Squat-Café stehen auf dem Programm. Alles mit freiem Eintritt außer für die beiden Konzerte.

Die Autonome Woche ist ein Initiative folgender Gruppen : ABC Dijon, Groupe libertaire Dijonnais (FA-SCALP), CNT Interco 21, CNT-FAU, SCALP 21, Groupe féministe non-mixte, Maloka, HausbesetzerInnen und Autonome…und die selbstverwalteten Zentren Courdémone, Collectif N°6, Longepierre, Pamplemousse, Espace autogéré des Tanneries, Local Libertaire.

Adressen : -La Courdémone (selbstverwaltetes Frauensquat seit nun schon fast 7 Monaten) 15, cours du Parc, Dijon. -Le Pamplemousse (besetzt seit Okt- 2000) 18, rue du Midi, Dijon -L’espace autogéré des Tanneries (besetztes, ehemaliges Schlachthaus) : 13-15-17, bd de Chicago -Dijon.Local Libertaire, 61, rue Jeannin, Dijon.Contact / Infos :Téléphone : 06-11-297-406 – www.chez.com/maloka

Unsere Initiative ist Bestandteil der Widerstandswoche, die in ca. 10 weiteren französischen Städten stattfindet http://resistances.info.free.fr

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Durchsuchung des Ernst-Kirchweger-Hauses in Wien (Oesterreich)

  Durchsuchung des Ernst-Kirchweger-Hauses in Wien (Oesterreich)


Im Zuge der Durchsuchung des Ernst Kirchweger Hauses in den Morgenstunden des 23. Februar 2001 zertrümmerten PolizeibeamtInnen die Eingangstür zu den Redaktionsräumlichkeiten des TATblatts und nahmen eine rechtswidrige Durchsuchung vor. Dabei wurde weder auf den besonderen Schutz, den Zeitungsredaktionen nach dem Gesetz genießen, noch auf die fehlende Anwesenheit eines Redaktionsvertreters bzw. einer Redaktionsvertreterin Rücksicht genommen.

Bis 18 Uhr, also mehr als zwölf Stunden nach der Durchsuchung, wurde den Verantwortlichen des HerausgeberInnenvereins kein Durchsuchungsbefehl zugestellt.

Der Zugang zur Redaktion des TATblatts wurde von den BeamtInnen zertrümmert, obwohl der Bereich unübersehbar als Redaktionsräumlichkeit gekennzeichnet ist.

Tatsache ist, dass es keine juristisch haltbare Begründung für das Vorgehen der Polizei geben kann (es wird seitens der Polizei nicht einmal behauptet, dass es eine juristisch haltbare Begründung gäbe). Auch wenn, wovon wir ausgehen, der Einsatz nicht dem TATblatt galt, werden wir das paralegale Vorgehen einiger halbstarker, vermummter und in “Demo”-Kluft gehüllter ZivilpolizistInnen nicht widerspruchslos hinnehmen.

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Opernball in Wien – Steine und Ausschreitungen

  Opernball in Wien – Steine und Ausschreitungen


Strasser verteidigt Vorgangsweise bei Opernball-Demo – Partik-Pablé möchte Vermummungsverbot – 42 Festgenommene bleiben in Polizeigewahrsam

Wien – Die Zahl der Anti-Opernball-Demonstranten hielt sich in Grenzen, zur befürchteten Auseinandersetzung kam es dennoch. Gegen 21 Uhr begannen etwa 600 teils maskierte Kundgebungsteilnehmer am Schwarzenbergplatz Radau zu machen – erst flogen nur einige Knallkörper und kleine Raketen. Dann aber versuchten einige Personen Absperrgitter der Polizei zu übersteigen, Steine und Farbbeutel wurden geworfen. Eine Auslagenscheibe der Trigon-Bank ging zu Bruch, einige Autos wurden beschädigt, ein Fotograf ging zu Boden.

Mitten drin steckten schließlich zwei Taxis fest, die leicht gegeneinander gefahren waren – im Fonds saßen Ballbesucher. Ein massives Polizeiaufgebot drängte den harten Kern der Demonstranten ab. Die Kundgebung wurde von der Exekutive für aufgelöst erklärt – wegen Sachbeschädigung und Gefährdung der öffentlichen Sicherheit.

“Eine heikle Situation”, urteilte zu diesem Zeitpunkt der Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit, Erik Buxbaum, der sich mit Generalinspektor Franz Schnabl am Schwarzenbergplatz eingefunden hatte. Die Polizei erklärt, dass notfalls mit Gewalt geräumt werde.

Ziegelsteine

Zum ersten Versuch kam es wenig später, nachdem bei der Sezession Flaschen Richtung Polizei geflogen, Fenster und Autoscheiben zu Bruch gegangen waren. Einige Demonstranten verschanzten sich beim Getreidemarkt in einer Baustelle der U 2 und schleuderten Ziegelsteine durch die Luft. Für kurze Zeit kam es zu einer regelrechten Straßenschlacht, es gab blutende Verletzte auf beiden Seiten. Mehrere Müllcontainer wurden in Brand gesetzt, die Polizei ließ Wasserwerfer auffahren.

Die Demo teilte sich schließlich, eine Gruppe marschierte durch die Gumpendorferstraße und verschanzte sich dort neuerlich in einer Baustelle, wieder wurde Baumaterial gegen die Polizisten geschleudert. Gegen 23 Uhr kam es in der Margareten Straße im fünften Bezirk zu einer neuerlichen Auseinandersetzung. Dabei gingen Beamte der Wiener Alarmabteilung WEGA auch auf Medienvertreter los. Einem Fotografen, der eine Festnahme gefilmt hatte, wurde angedroht, den Film aus der Kamera zu reißen.

Kurz vor Mitternacht galt die Demonstration als aufgelöst, kleiner Grüppchen wurden jedoch weiter verfolgt. Die Polizei setzte auch heuer wieder die im Vorjahr so umstrittene zivile Eingreifgruppe ein. Die Zahl der Festnahmen wurde von einem Sprecher der Polizei mit “zwanzig und ein paar zerquetschte” angegeben.

Polizei spricht von internationaler Beteiligung

Wie die Polizei am Freitag in einer Aussendung mitteilte, befinden sich unter den insgesamt 42 Festgenommenen drei deutsche Staatsbürger und zwei US-Amerikaner.

Ihnen und den 37 Österreichern wird eine ganze Reihe von Delikten – unter anderem Landfriedensbruch, schwere Sachbeschädigung, schwere Körperverletzung sowie Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen. 17 Beamte wurden laut Polizei meist leicht verletzt, Auslagenscheiben, Autos – darunter auch Dienstwagen der Polizei – Müllcontainer und U-Bahnstationen beschädigt.

Häupl übt Kritik an den Ausschreitungen

Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S) verurteilte am Freitag die Ausschreitungen bei der Opernball-Demonstration “auf das Schärfste”. “In Wien darf kein Platz für Gewalt auf der Straße sein”, betonte Häupl.

“Wenn Pflastersteine fliegen, Container brennen und Auslagen eingeschlagen werden, ist das eine glatte Verletzung des Demonstrationsrechtes, die in keiner Weise zu tolerieren ist”, unterstrich Häupl. Gleichzeitig dankte er der Polizei für ihren “besonnenen Einsatz” und übermittelte den verletzten Beamten seine Genesungswünsche.

Petrovic gegen Ausschreitungen

“Die Grünen verurteilen die Ausschreitungen seitens einzelner gewalttätiger Provokateure, die die ansonsten friedliche Opernball-Demonstration in Misskredit gezogen haben, aufs Schärfste”, erklärte die stellvertretende Klubobfrau der Grünen, Madeleine Petrovic. Die Abgeordnete betonte aber, dass das Demonstrationsrecht in Österreich gewährleistet sein muss, daher seien auch Kundgebungen gegen den Opernball und die Regierung legitim. “Wem das Demonstrationsrecht wichtig ist, muss sich aber auch gegen Gewaltanwendung wenden”, sagte Petrovic.

Die Mandatarin appellierte zudem an die Einsatzkräfte, dass sie auch bei Übergriffen nicht selbst demokratische Grundrechte verletzen und unverhältnismäßige Aktionen setzen. Jenen Polizisten, die während des Einsatzes von den Provokateuren verletzt wurden, drückte Petrovic ihr Mitgefühl aus.

Partik-Pable für Vermummungsverbot

Kritik an den gewalttätigen Ausschreitungen bei der Opernball-Demo kam auch von der Spitzenkandidatin der FPÖ bei der Gemeinderatswahl in Wien, Helene Partik-Pable. Es zeige sich, dass es den Demonstranten nicht darum gehe zu protestieren, wenn “Reiche ihren Ball feiern”, sondern es gehe ihnen um die Ausübung von Gewalt und die Schaffung von Unruhe.

Gleichzeitig sprach sich Partik-Pable in einer Aussendung erneut für ein Vermummungsverbot aus. Dadurch könnte jeder Gewalttäter leichter identifiziert werden und er hätte keine Chance mehr, sich feige hinter einer Maske zu verstecken, meinte Partik-Pable.

Strasser: “Unser Weg ist absolut richtig”

Mit den Worten “Unser Weg ist absolut richtig” reagierte Innenminister Ernst Strasser auf die Ausschreitungen am Rande des Wiener Opernballs. Man habe “alles getan, um die Gefährdung für Leib und Leben sowie Sachbeschädigungen hintanzuhalten”, sagte Strasser. An eine Einschränkung des Demonstrationsrechtes denkt der Minister nicht.

“Die Sicherheitskräfte sind vollkommen Herr der Situation gewesen”, meinte Strasser. Auch seien die rechtlichen Grundlagen in Bezug auf Demonstrationen “ausreichend”. Er werde jedenfalls weiterhin nach dem Grundsatz “friedlichen Kundgebungen Ja, Blockaden Nein” vorgehen, sagte der Innenminister.

Obwohl der Großteil der Demonstranten friedlich gewesen sein, hätten sich darunter “leider auch einige gewaltbereite Chaoten” befunden, die ihre Bereitschaft zur Gewalt mit Hilfe von Steinen und Baumaterial zum Ausdruck gebracht hätten. “Aber wir sind sehr konsequent in Übereinstimmung mit den rechtlichen Gegebenheiten vorgegangen”, resümierte Strasser.

KPÖ kritisiert Polizei

Kritik am Polizeieinsatz kam hingegen von der Wiener KPÖ. “Ich war direkt vor Ort, als Ecke Schwarzenbergplatz – Kärntner Ring Polizeieinheiten – ohne ersichtlichen Grund – im Laufschritt in die Demonstration stürmten, auf Menschen einprügelten und so Verwirrung und Panik unter den friedlichen DemonstrantInnen auslösten”, erklärte KP-Vorsitzende Waltraud Stiefsohn.

Ein Mitarbeiter der KPÖ wurde z.B. schon vor diesem Vorfall vorübergehend arrestiert, da bei einer ‘Verkehrskontrolle’ ein nicht-typisierter Dachträger an dem von ihm gelenkten Kleinbus beanstandet wurde. Ich bin schon gespannt, unter welchen Terminus die Polizei diese Arrestierung subsummieren wird.”

Marek: Von Gewaltbereitschaft überrascht

Die Gewaltbereitschaft der Demonstranten habe die Polizei überrascht, aber nicht unvorbereitet getroffen, sagte der Vizepräsident der Wiener Polizei, Günther Marek, am Freitag bei einer Pressekonferenz. Entgegen ersten Angaben sind bei einer Hausdurchsuchung im autonomen Ernst Kirchweger-Haus (EKH) in Favoriten doch Waffen gefunden worden: Die Beamten stellten so genannten Krähenfüße (Wurfgeschosse aus Nägeln), Steine und eine Schleuder sicher.

Die Polizei verfüge über konkrete Hinweise, dass strafbare Handlungen im Zuge der Opernball-Demo im Kirchweger-Haus vorbereitet worden seien. Täter hätten sich nach den Krawallen dorthin geflüchtet. Der richterliche Hausdurchsuchungsbefehl habe allfällige Haftbefehle inkludiert.

21 Polizisten sind bei den Ausschreitungen verletzt worden. Nach Definition des Strafgesetzbuches handle es sich in allen Fällen um schwere Verletzungen, sagte Marek. Drei Beamte befanden sich vorübergehend in Spitalsbehandlung, wurden mittlerweile aber in häusliche Pflege entlassen.

Alle der 42 Festgenommenen waren am Freitag noch in Polizeigewahrsam. Die Überprüfung der Personendaten hat laut Marek erst begonnen.

Der Standard


Dreister Einbruch in Wohn- und Kulturprojekt Rigaer 94

  Dreister Einbruch in Wohn- und Kulturprojekt Rigaer 94


Suitbert Beulker, Eigentümer der Rigaer 94, 95, 96 und Liebig 14, brach heute (16.2.2001) morgens unter massivem Polizeischutz in das Hausprojekt Rigaer 94 (Berlin-Friedrichshain) ein. Gegen 8 Uhr liess er die Tür zum Seitenflügel aufflexen und ausbauen und nahm diese dann mit.

Nach dem Grund für dieses doch recht ungewöhnliche Vorgehen gefragt, wurde geantwortet, dass er das Recht hätte, sich Zutritt zu seinem Eigentum zu verschaffen und leerstehende Räume zu besichtigen.

Sein “Recht” liess er sich dann auch von den hochmotivierten Polizeibeamten durchprügeln und brach in vermietete Wohnungen ein. So flexte Beulker zunächst die Türen der Räume des Kulturprojektes im Erdgeschoss auf.

Dort liess er den Tresen zum Teil zerstören und wollte auch noch die Klos zertrümmern lassen. Als nächstes brachen sie in eine Wohnung im ersten Stock ein. Als ihnen mitgeteilt wurde, dass dieses doch normalerweise illegal sei, da diese Wohnungen vermietet sind, schubsten, traten und schleiften die Beamten die missliebigen Personen die Treppe runter und zeigten sie an. Suitbert Beulker war kaum noch zu stoppen und versuchte auch noch die nächste Tür im ersten Stock aufzubrechen. Erst als ihm die Kontoauszüge mit den Mietzahlungen präsentiert wurden (er hätte auch mal sein eigenes Konto überprüfen können), liess er von dieser Tür ab, aber auch nur, um an der Hinterhaustür weiterzumachen. So wurde dann auch diese Tür entfernt und mitgenommen. Auch die inzwischen eingetroffenen Vertreter des Bezirksamts, des Senats für Bauen und Wohnen und der Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg bestätigten, was die BewohnerInnen der Rigaer 94 vergeblich versuchten klarzumachen.

Suitbert Beulker kann nicht einfach in vermietete Wohnungen einbrechen und Haustüren klauen, wie es ihm gerade passt. Das mussten dann auch die Einsatzkräfte der Polizei einsehen und so verzogen sie sich letztendlich ohne in weitere Wohnungen einzudringen. Dies veranlasste ihn scheinbar dazu, HausbewohnerInnen Stösse in die Rippen und in den Bauch zu verpassen.

Am Abend vorher hatten die BewohnerInnen von dem grössenwahnsinnigen Hausbesitzer einen Brief erhalten, in dem er ihnen mitteilte, dass er sie wieder mal alle kündigen würde, sollten sie es wagen, weiterhin Veranstaltungen in den Vereinsräumen durchzuführen, und dass er doch einen Schlüssel für die Haustüren wolle. Da wir ihm jedoch in der Nacht keinen Schlüssel vorbeibrachten, sah er sich wohl gezwungen, gleich amnächsten Morgen mit der Flex zu kommen.

So zeigte sich mal wieder, dass Suitbert Beulker doch kein “so normaler Hausbesitzer” ist, wie er ja auch immer wieder betont. Suitbert Beulker setzt somit die Reihe der Angriffe auf linke Strukturen fort.

Bleibt nur noch die Frage zu klären, was will er bloss mit den ganzen Türen?

Linke Strukturen verteidigen – Kadterschmieden aufbauen!

Miethaie zu Fischstäbchen – Kündigungen ins Klo!

Feiern statt jammern – kämpfen statt betteln!

Wo wir am Leben gehindert werden, fängt unser Widerstand an!

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Unerwünschter Besuch in der Rigaerstrasse 94

  Unerwünschter Besuch in der Rigaerstrasse 94


Heute (Freitag, 16.2.2001) bekam die Rigaer Str. 94 in Berlin-Friedrichshain mal wieder unerwünschten Besuch. Zuerst kamen früh morgens der Hauseigentümer Suitbert Beulker mit seinen Handwerkern und zerstörte diverse Eingangstüren. Ausserdem drang er auch in vermieteten Wohnraum ein und filmte verschiedene Räume ab. BewohnerInnen, die dies nicht zulassen wollten, wurden dann von Bullen die Treppe runtergestossen und aus dem Haus geworfen. Unter Polizeischutz wurden dann zwei Hauseingangstüren und eine Zwischentür im Hausflur entfernt.

Vor dem Haus hatten sich mittlerweile mehrere UnterstützerInnen versammelt. Aus einigen Fenstern kam laute Musik (“… das ist unser Haus…”). Beulker bahnte sich teilweise gewaltsam (schubsend und boxend) den Weg in die Rigaer 94. Wenn ihm dann mal jemand die Meinug sagte, erstattete er gleich Anzeige wegen Beleidigung. Das veranlasste dann die Bullen dazu, sich gleich auf die betreffende Person zu stürzen, um die Personalien festzustellen.

Suitbert Beulker ist mittlerweile Hauseigentümer für vier zusammenhängende Häuser (Rigaer 94-96 und Liebig 14), für ein weiteres Haus (Rigaer 93) ist er Bauleiter. Die Rigaer 94 hat er gekauft, als gerade die BewohnerInnen eine Genossenschaft gegründet hatten und selbst das Haus erwerben wollten. Seitdem haben die BewohnerInnen nur noch Ärger mit ihm.

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Programm des selbstverwalteten Zentrums “Les Tanneries”

  Programm des selbstverwalteten Zentrums “Les Tanneries”


Programm des selbstverwalteten Zentrums “Les Tanneries” *** Januar / Februar 2001 ***

(Übersetzung aus dem Französischen- Salomé) Coucou …. das Abenteuer geht weiter !

Nach den Schwierigkeiten im Juli und August wegen eines Brandes und zwei Jahren Kampf um die Erhaltung des Squats, laufen seit nun schon einigen Monaten wieder öffentliche Projekte in neuen Wohnräumen, Werkstätten und im großen Saal der “Tanneries”. In wenigen Wochen sind offizielle Einigungen bezüglich der öffentlichen Nutzung des Saales zu erwarten, als auch die Unterzeichnung eines “Besetzungsabkommens” mit der Stadt im Sinne einer Befriedung der gegenwärtigen Situation- trotz alledem ist für den Kampf um die Erhaltung der “Tanneries” noch lange kein Ende in Sicht. Wir sind immer noch da, weil wir sowohl hier in Dijon als auch vierlerorts in Frankreich auf unterschiedlichste Weise von vielen, netten Menschen, die es wichtig fanden, daß wir bleiben, unterstützt wurden. Danke! Denn ohne Solidarität kann man auch mit dem besten Willen der Welt nicht viel erreichen.

Jetzt und nach den zurückliegenden Ereignissen ist es wichtig, den Schwung der Neueröffnung zu bewahren für alle weiteren praxisbezogenen oder kulturellen Aktivitäten und die Vielfalt unserer Weltansichten- immer unter Wahrung unserer Prinzipien von konstruktiver Selbstverwaltung und der Infragestellung von Macht- und Profitbeziehungen.

Wir wollen unsere Weise zu leben, zu handeln und Organisationsstrukturen zu schaffen konkret umsetzen und uns dabei klar abgrenzen von der dem kapitalistischen System immanenten Logik von Entfremdung und Ausbeutung, auf die man so ziemlich überall auf unserem Planeten stößt. Wir wollen alternative Strukturen schaffen und durch Multiplikatoren hoffen wir, dazu beizutragen, eine freiere Gesellschaft zu schaffen, die respektvoller mit den Menschen und der Umwelt umgeht. Die “Tanneries” verstehen sich nicht als eine kleine, abgekapselte Zelle gegen das System, seine Institutionen oder gar die ganze Welt, sondern als ein offenes Angebot für alle, die sich frei ausdrücken, unabhängig kreativ werden und träumen wollen, für alle, die Austausch suchen und die die Welt verändern möchten.

Wir sind keine Ideologen und wollen auch niemandem eine Lektion über eine wie auch immer demagogische Weltanschauung erteilen. JedeR von uns soll selbst seinen eigenen Weg finden. Wir wünschen uns jedoch, mit Euch Eure und unsere Erfahrungen und Ideen zu diskutieren und gemeinsam nachzudenken. Die Vollversammlungen sind immer offen für alle, die sich oder ihre Projekte einbringen möchten oder unsere Strukturen kennenlernen wollen. Im September haben wir einiges in unseren Strukturen verändert, damit unsere nicht hierarchische und wunderbar chaotische Selbstverwaltung besser funktioniert: Wir haben Arbeitsgruppen gegründet, die sich einmal im Monat separat treffen, um an verschiedenen Projekten zu arbeiten und ihre Ergebnisse zu Beginn jeden Monats in die Vollversammlung tragen.

In der Folge findet Ihr weiteres zu konkreten Projekten und unsere Veranstaltungshinweise. Für alles weitere sind wir auf Eure Ideen gespannt,

unterzeichnet: ein paar von den Leuten der “Tannerie” (da man ja immer sagen muß, wer “wir” ist)

Arbeitsgruppen (breits existierend oder geplant bzw. im Entstehen, und jedeR ist herzlich willkommen (Bitte kontaktiert uns, wenn Ihr konkret an einer Aktivität interessiert seid)

  • Koordination Öffentlichkeitsarbeit
  • Probenraum (Musik)
  • Wissensaustausch: Projekt Volksuniversität, praktisches und theoretisches Wissen, Wochenendkolloquien zu verschiedenen Themen, Klangworkshop, Informatik u.a.
  • Archive : Datenbankarbeit zu nationalen und lokalen Freiheits- und alternativen Bewegungen…
  • Bibliothek
  • Fotographie: Labor, thematische Arbeit…

des weiteren Dijon:

… “La Courdémone”, Frauensquat, abends geöffnet: Thematische Abende, Bibliothek, Filmvorführungen (La Courdémone, 15 cours du Parc, Dijon – tél : 03-80-362-810) !

Das ganze Jahr lang sonntags öffentlich begehbar: Die Baustellen der “Tanneries” ! Die “Tanneries” stellen eine gigantische, permanente Umbaustelle dar. Ihr könnt jeden Sonntag vorbeikommen, Euch an der gemeinsamen Arbeit beteiligen und Know how in Raumgestaltung, Maurerhandwerk , Sanitär- und Malerarbeiten, Klemptnerei, Rohre legen, Elektrik, Riesenbesenfegen und Gegenstände umplazieren erwerben bzw. austauschen. In den Pausen gibt es gute Bücher, Flugschriften, alternative Zeitungen und Zeitschriften, und Basketballtourniere im großen Saal.

Spendenaufruf

  • “Les Tanneries” suchen second hand Fahrräder, Fahrradteile, Ersatzteile aller Art für einen kollektiven Fundus

  • Wir suchen weiterhin alte Kleider und Kostüme für “Les Tanneries” und das Frauensquat “La Courdémone”

  • Wir suchen resistente Pflanzen für die Innen- und Außenräume der “Tanneries”, weil das schön aussieht und man nicht immer die Zeit hat, sich aus dem Beton- und Autochaos rauszubewegen, haben wir gedacht, wir machen ein bißchen Grün am Boulevard de Chicago…

  • Holz zum Heizen

  • Viele nette, hübsche, bunte Dinge zum Dekorieren …

Fitness

Mittwochs 19 Uhr: Mauern einreißen, Breakdance, Basketball, Häuserwände klettern, Tanz …

Kunstwerkstätten

Halle 17 kann Künstlern für Ateliers zur Verfügung gestellt werden. Interessenten bitte melden!

Theaterworkshop

Es könnten regelmäßige Kurse angeboten werden- Interessenten bitte melden!

Graffiti

Bitte macht unsere Mauern bunt!

Ausstellungsraum

Neben regelmäßigen Ausstellungen im Fotolabor können im Ausstellungsraum Aktivitäten anderer selbstverwalteter Zentren, Reiseberichte und Dokumentationen von Treffen, Werke von Malern, Fotographen etc gezeigt werden. Öffnungszeiten: regelmäßig während der Woche und anläßlich von Veranstaltungen. Wer ausstellen will, möge sich bitte melden!

Öffentliche Veranstaltungen in den “Tanneries”

Les Tanneries sind offen für Gruppen und Assoziationen, die Raum benötigen für öffentliche Veranstaltungen (Konzerte, Ausstellungen, Konferenzen, Abendveranstaltungen etc.) Bitte Kontakt mit der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit aufnehmen!)

“Die Tanneries” bekannt machen

Auch die Infos über die “Tannerie” werden selbstverwaltet vertrieben und wir sind jeder/m dankbar, die/der unser Programm weiterreicht! Das Programm liegt in den “Tanneries” und in anderen netten Räumlichkeiten Dijons aus, z. B. in “La Dijonnerie” oder im vegetarischen Donnerstagsrestaurant, 61 rue Jeannin “Local libertaire” (anbei: nach dem Essen gibt es in der Regel eine Viedovorführung)oder beim “l’infoshop” non- profit Distribition von Schallplatten, Büchern, Zeitschriften samstags 15 bis 18 Uhr.

“La Malokaliste”

“Malokaliste”, ist eine Internet Mailingliste zu aktuellen Informationen aus der Dijoner autonomen Szene. Ihr könnt Euch die Liste abonnieren und bekommt dann regelmäßig E-mail zu Aktivitäten in den Squats, den “Tanneries”, alternative Berichterstattungen, Infos zu Demos etc. Für das Abo schickt ein kurzes Mail an: maloka [at] chez [dot] com

[Konkrete Programmhinweise siehe : Programme de l’Espace autogéré des Tanneries] http://www.squat.net/fr/index.html

Unsere Adresse: Espace autogéré des Tanneries

13-15-17 bd de Chicago, Dijon

Bus n°2 : Haltestelle Coty ou Champeaux

Telefon: 03-80-666-481

E-mail : tanneries [at] free [dot] fr

www.chez.com/maloka

ein paar von den Leuten der “Tannerie”


Bochum: Feuerwache und USB Gelände besetzt und wieder geräumt

  Bochum: Feuerwache und USB Gelände besetzt und wieder geräumt


Heute am 30.1.2001 haben wir die Feuerwache an der Frieda-Schanz-Str. und das USB-Gelände an der Universitätsstr. besetzt. Beide Gebäude wurden mittlerweile wieder von der Polizei geräumt. Wir haben den 30.1.2001 bewußt als Besetzungstermin gewählt, da es der Jahrestag der Machtübergabe an die Faschisten ist.

Unsere Forderung nach einem selbstverwalteten antirassistischen Zentrum und Initiativenhaus in Innenstadtnähe besteht immer noch. Wir sind mittlerweile über 40 Gruppen und Initiativen, die das Bedürfnis nach einem gemeinsamen Ort haben, an dem kontinuierliche, engagierte und konsequente politische und kulturelle Arbeit gestaltet werden kann.

Die momentane Situation war für uns aus verschiedenen Gründen nicht mehr akzeptabel, deshalb haben wir uns zu einer zweiten Besetzung der Feuerwache entschieden. Der wichtigste Grund hierbei ist natürlich das Fehlen eines gemeinsamen Raumes, was unsere Arbeit massiv erschwert. Hinzu kommt das Verhalten der offiziellen Politik in dieser Stadt. Seit der Räumung der Feuerwache an der Frieda-Schanz-Str. am 6.12.2000 ist praktisch nichts mehr passiert. Der Versuch, uns als Bewegung zu spalten oder gar die Existenzberechtigung eines antirassistischen Zentrums in Frage zu stellen, ist gescheitert. Auch ist unsere wichtigste Forderung an die rot-grüne Mehrheitsfraktion, eine politische Entscheidung über die Notwendigkeit eines antirassistischen Zentrums zu treffen, bis heute nicht erfüllt. Stattdessen werden wir hingehalten und vertröstet. Dieses Verhalten der Parteien ist für uns nichts anderes als Ausdruck von Ignoranz und Gleichgültigkeit.

In dieses Bild passt auch nur zu gut, daß die Stadt seit der Besetzung im Dezember behauptet, es gäbe einen Käufer für das Gelände der Feuerwache. Einmal abgesehen davon, dass wieder einmal ökonomische Interessen den sozialen vorgezogen werden, stimmt diese Aussage nicht. Wahr ist vielmehr, daß es einen Interessenten für das Gelände gibt: die Krisenhilfe bzw. den FK Bußmannshof. Die Verhandlungen zwischen Stadt und Krisenhilfe/FK Bußmannshof sind aber bisher ergebnislos verlaufen und ob es jemals zu einem Kauf des Geländes durch die Krisenhilfe/FK Bußmannshof kommt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Falls sich beide Parteien dennoch einig werden, dauert es mindestens noch ein weiteres Jahr, bis die Feuerwache genutzt wird.

Um es noch einmal zu sagen: Unsere Forderung nach einem gemeinsamen und selbstverwalteten antirassistischen Zentrum und Initiativenhaus in Innenstadtnähe besteht immer noch und ist nicht verhandelbar. Weiter haben wir auf den Demonstrationen im Dezember und bei dem mehrwöchigen Infostand in der Innenstadt erfahren, daß gesellschaftliche Probleme wie Rassismus und Faschismus durchaus wichtige Themen in der öffentlichen Meinung sind. Sehr viele Menschen teilen unsere Meinung zur Notwendigkeit eines antirassistischen Zentrums und solidarisierten sich, indem sie unsere Forderung mit ihrer Unterschrift unterstützten. Jetzt ist es also an der Stadt, und insbesondere Aufgabe der rot-grünen Mehrheitsfraktion, auf das Bedürfnis von Vielen einzugehen. Deshalb fordern wir die Stadt auf, uns das Gelände der Feuerwache zu überlassen oder ein geeignetes Ersatzobjekt zur Verfügung zu stellen. Das wäre ein ernsthaftes Zeichen, nachdem unser Raumbedarf von den rot-grünen Koalitionspartnern ja anerkannt worden ist.

Die erneuten polizeilichen Räumungen zeigen uns wieder einmal, daß unabhängiges antirassistisches Engagement nicht gewollt ist. Offensichtlich haben die Stadt und ihre VertreterInnen kein Interesse an einem Dialog mit uns, anders können wir uns die Einsätze der Polizei nicht erklären.

Wir fordern die Stadt auf, die Strafanträge wg. Hausfriedensbruch gegen die BesetzerInnen zurückzunehmen.

[squat!net]


Proramm des selbstverwalteten Zentrums Les tanneries

  Programm des selbstverwalteten Zentrums “Les Tanneries”


Programm des selbstverwalteten Zentrums “Les Tanneries”

*** Januar / Februar 2001 ***

(Übersetzung aus dem Französischen- Salomé) Coucou …. das Abenteuer geht weiter !

Nach den Schwierigkeiten im Juli und August wegen eines Brandes und zwei Jahren Kampf um die Erhaltung des Squats, laufen seit nun schon einigen Monaten wieder öffentliche Projekte in neuen Wohnräumen, Werkstätten und im großen Saal der “Tanneries”. In wenigen Wochen sind offizielle Einigungen bezüglich der öffentlichen Nutzung des Saales zu erwarten, als auch die Unterzeichnung eines “Besetzungsabkommens” mit der Stadt im Sinne einer Befriedung der gegenwärtigen Situation- trotz alledem ist für den Kampf um die Erhaltung der “Tanneries” noch lange kein Ende in Sicht. Wir sind immer noch da, weil wir sowohl hier in Dijon als auch vierlerorts in Frankreich auf unterschiedlichste Weise von vielen, netten Menschen, die es wichtig fanden, daß wir bleiben, unterstützt wurden. Danke! Denn ohne Solidarität kann man auch mit dem besten Willen der Welt nicht viel erreichen.

Jetzt und nach den zurückliegenden Ereignissen ist es wichtig, den Schwung der Neueröffnung zu bewahren für alle weiteren praxisbezogenen oder kulturellen Aktivitäten und die Vielfalt unserer Weltansichten- immer unter Wahrung unserer Prinzipien von konstruktiver Selbstverwaltung und der Infragestellung von Macht- und Profitbeziehungen.

Wir wollen unsere Weise zu leben, zu handeln und Organisationsstrukturen zu schaffen konkret umsetzen und uns dabei klar abgrenzen von der dem kapitalistischen System immanenten Logik von Entfremdung und Ausbeutung, auf die man so ziemlich überall auf unserem Planeten stößt. Wir wollen alternative Strukturen schaffen und durch Multiplikatoren hoffen wir, dazu beizutragen, eine freiere Gesellschaft zu schaffen, die respektvoller mit den Menschen und der Umwelt umgeht. Die “Tanneries” verstehen sich nicht als eine kleine, abgekapselte Zelle gegen das System, seine Institutionen oder gar die ganze Welt, sondern als ein offenes Angebot für alle, die sich frei ausdrücken, unabhängig kreativ werden und träumen wollen, für alle, die Austausch suchen und die die Welt verändern möchten.

Wir sind keine Ideologen und wollen auch niemandem eine Lektion über eine wie auch immer demagogische Weltanschauung erteilen. JedeR von uns soll selbst seinen eigenen Weg finden. Wir wünschen uns jedoch, mit Euch Eure und unsere Erfahrungen und Ideen zu diskutieren und gemeinsam nachzudenken. Die Vollversammlungen sind immer offen für alle, die sich oder ihre Projekte einbringen möchten oder unsere Strukturen kennenlernen wollen. Im September haben wir einiges in unseren Strukturen verändert, damit unsere nicht hierarchische und wunderbar chaotische Selbstverwaltung besser funktioniert: Wir haben Arbeitsgruppen gegründet, die sich einmal im Monat separat treffen, um an verschiedenen Projekten zu arbeiten und ihre Ergebnisse zu Beginn jeden Monats in die Vollversammlung tragen.

In der Folge findet Ihr weiteres zu konkreten Projekten und unsere Veranstaltungshinweise. Für alles weitere sind wir auf Eure Ideen gespannt,

unterzeichnet: ein paar von den Leuten der “Tannerie” (da man ja immer sagen muß, wer “wir” ist)

Arbeitsgruppen (breits existierend oder geplant bzw. im Entstehen, und jedeR ist herzlich willkommen (Bitte kontaktiert uns, wenn Ihr konkret an einer Aktivität interessiert seid)

– Koordination Öffentlichkeitsarbeit

– Probenraum (Musik)

– Wissensaustausch: Projekt Volksuniversität, praktisches und theoretisches Wissen, Wochenendkolloquien zu verschiedenen Themen, Klangworkshop, Informatik u.a.

– Archive : Datenbankarbeit zu nationalen und lokalen Freiheits- und alternativen Bewegungen…

– Bibliothek

– Fotographie: Labor, thematische Arbeit…

des weiteren Dijon:

“La Courdémone”, Frauensquat, abends geöffnet: Thematische Abende, Bibliothek, Filmvorführungen (La Courdémone, 15 cours du Parc, Dijon – tél : 03-80-362-810) !

Das ganze Jahr lang sonntags öffentlich begehbar: Die Baustellen der “Tanneries” ! Die “Tanneries” stellen eine gigantische, permanente Umbaustelle dar. Ihr könnt jeden Sonntag vorbeikommen, Euch an der gemeinsamen Arbeit beteiligen und Know how in Raumgestaltung, Maurerhandwerk , Sanitär- und Malerarbeiten, Klemptnerei, Rohre legen, Elektrik, Riesenbesenfegen und Gegenstände umplazieren erwerben bzw. austauschen.  In den Pausen gibt es gute Bücher, Flugschriften, alternative Zeitungen und Zeitschriften, und Basketballtourniere im großen Saal.

Spendenaufruf

– “Les Tanneries” suchen second hand Fahrräder, Fahrradteile, Ersatzteile aller Art für einen kollektiven Fundus

– Wir suchen weiterhin alte Kleider und Kostüme für “Les Tanneries” und das Frauensquat “La Courdémone”

– Wir suchen resistente Pflanzen für die Innen- und Außenräume der “Tanneries”, weil das schön aussieht und man nicht immer die Zeit hat, sich aus dem Beton- und Autochaos rauszubewegen, haben wir gedacht, wir machen ein bißchen Grün am Boulevard de Chicago…

– Holz zum Heizen

– Viele nette, hübsche, bunte Dinge zum Dekorieren …

Fitness

Mittwochs 19 Uhr: Mauern einreißen, Breakdance, Basketball, Häuserwände klettern, Tanz …

Kunstwerkstätten

Halle 17 kann Künstlern für Ateliers zur Verfügung gestellt werden. Interessenten bitte melden!

Theaterworkshop

Es könnten regelmäßige Kurse angeboten werden- Interessenten bitte melden!

Graffiti

Bitte macht unsere Mauern bunt!

Ausstellungsraum

Neben regelmäßigen Ausstellungen im Fotolabor können im Ausstellungsraum Aktivitäten anderer selbstverwalteter Zentren, Reiseberichte und Dokumentationen von Treffen, Werke von Malern, Fotographen etc gezeigt werden. Öffnungszeiten: regelmäßig während der Woche und anläßlich von Veranstaltungen. Wer ausstellen will, möge sich bitte melden!

Öffentliche Veranstaltungen in den “Tanneries”

Les Tanneries sind offen für Gruppen und Assoziationen, die Raum benötigen für öffentliche Veranstaltungen (Konzerte, Ausstellungen, Konferenzen, Abendveranstaltungen etc.) Bitte Kontakt mit der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit aufnehmen!)

“Die Tanneries” bekannt machen

Auch die Infos über die “Tannerie” werden selbstverwaltet vertrieben und wir sind jeder/m dankbar, die/der unser Programm weiterreicht! Das Programm liegt in den “Tanneries” und in anderen netten Räumlichkeiten Dijons aus, z. B. in “La Dijonnerie” oder im vegetarischen Donnerstagsrestaurant, 61 rue Jeannin “Local libertaire” (anbei: nach dem Essen gibt es in der Regel eine Viedovorführung)oder beim “l’infoshop” non- profit Distribition von Schallplatten, Büchern, Zeitschriften samstags 15 bis 18 Uhr.

“La Malokaliste”

“Malokaliste”, ist eine Internet Mailingliste zu aktuellen Informationen aus der Dijoner autonomen Szene. Ihr könnt Euch die Liste abonnieren und bekommt dann regelmäßig E-mail zu Aktivitäten in den Squats, den “Tanneries”, alternative Berichterstattungen, Infos zu Demos etc. Für das Abo schickt ein kurzes Mail an: maloka [at] chez [dot] com

[Konkrete Programmhinweise siehe französische Seite]

Unsere Adresse: Espace autogéré des Tanneries

13-15-17 bd de Chicago, Dijon

Bus n°2 : Haltestelle Coty ou Champeaux

Telefon: 03-80-666-481

E-mail : tanneries [at] free [dot] fr

www.chez.com/maloka


Laster&Hängerburg: Polizei dreht weiter an der Eskalationsschraube

  Laster&Hängerburg: Polizei dreht weiter an der Eskalationsschraube


Um 4:00 Uhr heute nacht, begannen einige Polizisten gegen die Wagen der Laster&Hänger zu poltern, die lose verstreut am Bethaniendamm Ecke Adalbertstrasse geparkt waren.

Anfangs waren es drei Polizeifahrzeuge mit ca. 15 Beamten. Diese warteten zunächst auf den Abschleppwagen der Fa. Brandt. Als dieser eintraf, versuchten sie in den ersten Wagen einzudringen “um die Handbremse zu lösen” – Der Bewohner des Wagens wachte von dem Einbruchslärm auf und fragte was los ist. Daraufhin wurde dieser aufgefordert auszusteigen. Als dieser nochmals nachfragte, was das alles denn solle, riss ein Beamter die Tür des Wagens auf und nahmen ihn – nur mit T-Shirt und Unterhose bekleidet – in Gewahrsam.

Obwohl es eiskalt war, wurde jede weitere Bekleidung verweigert, mit der Begründung, daß es im Gefangenentransporter ohnehin warm genug sei. Hier wurde der Verhaftete nach eigenen Angaben mißhandelt. Er wurde bäuchlings auf den Boden gepresst, indem die Beamten auf ihm knieten, dabei wurde ihm der Arm auf dem Rücken umgedreht und er wurde angeherrscht: “Was machst Du, wenn ein Polizist Deinen Ausweis sehen will?!?”, und mußte unter Androhung von physischer Gewalt sagen, was er laut Polizeiwillkür zu tun habe, wenn er in seinem Wagen liegt und schläft.

Der Betroffene erlitt Prellungen und Schürfwunden. Sein Wagen wurde an einen ihm unbekannten Ort abgeschleppt. Zwei weitere Bewohner wurden ebenfalls festgenommen und bis zu ihrer Freilassung gefesselt. In keinem Fall wurde den Verhafteten mitgeteilt, warum sie denn festgenommen wurden. Es wurden lediglich die Personalien festgestellt, ansonsten wurden sie völlig im Unklaren gelassen. Zwei Verhaftete wurden in die Gefangenensammelstelle in der Kruppstrasse verfrachtet. Erst dort konnte sich der zuerst Verhaftete anziehen. Sie kamen um 7:30 Uhr frei.

Trotz dem absolut ungünstigen Zeitpunkt trafen ca. 20 UnterstützerInnen ein, von denen einige (an die fünfzehn) eingekesselt wurden. Sie wurden nach Feststellung der Personalien freigelassen und es wurde ihnen ein Platzverweis erteilt.

[squat!net]