Hausbesetzung in Köln

  Hausbesetzung in Köln


Heute wurde das Gelände am Eifelplatz 5 von uns, der Initiative für ein Soziales Zentrum / AK Pingu, besetzt. Wir protestieren mit dieser Besetzung gegen die Zerstörung des Geländes Eifelplatz 5 und der darauf stehenden intakten Gebäude, gleichzeitig wollen wir dort ein Soziales Zentrum aufbauen.

Der Eigentümer des Geländes, vertreten durch Rotonda-Immobilien, plant, alle Gärten und Gebäude abzureißen und dort Wohnungen für ca. 300 Mietparteien zu bauen. Schon wieder soll ein einmaliger Teil Kölns, der das Leben hier lebenswert macht, durch die immergleiche Wohnungen mit standardisierten Fassaden ersetzt werden. Wir sind der Überzeugung, dass ein Soziales Zentrum einen ungleich höheren Wert an Lebensqualität für die Bewohner Kölns haben kann als jede noch so komfortable Eigentumswohnung. Mit einem Sozialen Zentrum wollen wir ein Gegenmodell zu der allgegenwärtigen staatlichen Spar- und Rationalisierungspolitik errichten. Wir wollen in einem Sozialen Zentrum unkommerziell und selbstbestimmt zusammen leben und arbeiten und dabei Angebote schaffen, die auch an den Bedürfnissen der Anwohner ausgerichtet sind. Das Soziale Zentrum kann ein Ort werden, an dem Menschen zusammen produktiv sind, ohne dabei Geld zu verdienen. Menschen ohne Geld könnte die Möglichkeit gegeben werden, sich kreativ zu verwirklichen. Es könnten Treffpunkte entstehen, in denen Menschen sich austauschen können ohne gezwungen zu werden, irgendetwas zu konsumieren. Konkret sind offene Ateliers, eine Umsonst-Fahrradwerkstatt, eine Dunkelkammer, eine Bibliothek, Veranstaltungen und vieles mehr geplant.

Um diese Ideen verwirklichen zu können brauchen wir Räume, die in Selbstverwaltung gestaltet werden können. Das Gelände am Eifelplatz 5 bietet diese, auch wenn sie von der Zerstörung bedroht sind. Wir sind nicht bereit, diese Zerstörung einfach so hinzunehmen, nur damit einige wenige ihren persönlichen Reichtum vergrößern können. Deshalb wurde das Gelände von uns besetzt und wird es auch bleiben.

Initiative für ein Soziales Zentrum / AK Pingu www.pingutopia.tk

Veranstaltungskalender: _______

so

spätstück lecker gemeinsam frühstücken ab 10h

be creartiv haus und gelände verschönern immer

teestunde gemeinsames kaffe & kuchen essen im garten 14h

workshop jonglieren und was man sonst noch so mit bällen machen kann

die macht der wörter gründungstreffen der pressegruppe für eine hauszeitung 17h

utopien & perspektiven offenes treffen für alle, die sich an der gestaltung des lebens auf dem gelände beteiligen wollen 18h

grosses fressen gut essen und trinken mit veganer küche für wenig kohle immer ab 20h

mellow mood party konzert mit jua (reggae-dancehall) & iriesounds 21h

anarchistische filmnacht land and freedom, dr. strangelove,lucky people cente, globaler widerstand (filme über die proteste in genua, prag, seattle, davos …) & mehr 22h

__________

mo

spätstück lecker gemeinsam frühstücken ab 10h

be creartiv haus und gelände verschönern immer

infoveranstaltung köln stellt sich queer – nazis im wahlkampf & was wir dagegen tun können

19h

my favourite tape party mit open tapedeck – open end 21h

e-Mail:: pingutopia [at] web [dot] de ¦ Homepage:: http://www.pingutopia.tk¦

wegbeschreibung

KVB Linie 12 fährt direkt zum Eifelplatz. KVB Linien 6, 15, 16 und 17 bis zur Eifelstraße, dann, in Richtung Chlodwigplatz/Rhein blickend direkt an der Haltestelle die Straße rechts rein. Es ist egal, ob ihr die Straße vorne oder hinten an der Haltestelle nehmt, sie treffen sich am Eifelplatz wieder.

Von Bonn: Bahnhof Süd, Ausgang Luxemburger Str., unter der Unterführung durch, direkt dahinter rechts abbiegen und einfach nur der Straße folgen.

See ya there.

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Träume kann man nicht kaufen

  Träume kann man nicht kaufen


Die Wagenburg “Schwarzer Kanal” am Spreeufer östlich der Jannowitzbrücke soll weg. Mietern der neu gebauten Büros und Lofts sei der Anblick einer Hand voll Bauwagen, die zum Wohnen und nicht zum Bauen genutzt werden, nicht zuzumuten von ARIANE BRENSSELL

Vor der Brandmauer eines Bürokomplexes, der sich “Spree-Carrée” nennt, stehen ein paar bunte Bauwagen der Wagenburg “Schwarzer Kanal” eng aneinander. Vor ihnen liegt das Spreeufer, und daneben stehen die Ruinen einer alten Nähgarnfabrik. Hoch ragt ihr roter Ziegelschornstein in den Himmel. Darin nisten Turmfalken. Unten, zwischen den alten Lkws und Bauwagen der Wagenburg blühen Sonnenblumen, Königskerzen, Kürbisse und Kräuter.

Rund um die Köpenicker Straße, zwischen Mitte und Kreuzberg, sind in den alten Industriegebäuden an der Spree zahlreiche Bürokomplexe entstanden: “Office-Lofts”, “Büros mit Spreeblick”, “Gewerberäume mit Topstandard”. Viel steht leer. Auf dem Platz vor der Brandmauer dagegen drängen sich die Wagen der BewohnerInnen. Sie wurden vom Investor des “Spree-Carrées”, der Office Grundstücksverwaltung, außer Sichtweite geklagt: Nichts soll zu sehen sein von den Büros aus. Einen Trading-down-Effekt lösten Wagenburgen aus, sie würden zur “Nachahmung anregen und problematische Folgenutzungen in der Nachbarschaft anziehen”, so gibt der Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin dem Kläger Recht.

Knapp 20 Frauen wohnen derzeit im “Schwarzen Kanal”. Darunter viele Lesben und Transgender. “Damit sind wir zur Zeit die einzige Wagenburg in Berlin für Frauen und Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen wollen”, sagt Susanne Lambert, die selbst seit einem Jahr hier lebt. Sie sitzt auf der Veranda des zur Gemeinschaftsküche umfunktionierten Wagens, auf der sich die Frauen allabendlich zum Essen treffen. Einige der Bewohnerinnen sind jung. Gerade 20 Jahre alt. Die Älteste wird bald 45. “Wir machen ganz unterschiedliche Sachen”, erzählt Lambert. “Eine Bildtechnikerin gehört zu uns und eine Schmiedin. Ein paar Zimmerinnen sind dabei, eine Landmaschinenmechanikerin, eine Ingenieurin, eine Fahrradkurierin. Auch viele Studentinnen.” Doch, wie lange sie hier noch bleiben können, ist unklar, denn Investoren monieren ihre Anwesenheit.

Die Wagenburg “Schwarzer Kanal” wurde schon einmal vertrieben. Durch Ver.di, die ihren Hauptsitz neben dem alten Wagenplatz baute. Auf dem dortigen Gelände, dreihundert Meter die Spree hinauf an der Schillingbrücke, standen die Wagen zwölf Jahre. “Ein kleines Biotop war entstanden, aber viele der Bäume und Sträucher, die damals dort gepflanzt wurden, sind mittlerweile gerodet, berichtet Usch Jabinik, die schon auf dem alten Platz gewohnt hat und sich nicht vorstellen kann, wieder in eine Wohnung zu ziehen. Warum nicht? “Wohnungen sind für mich tote Räume, im Bauwagen kriegt man Wetter und Jahreszeiten viel besser mit.”

Als die Wagenburg wegen Ver.di weiterziehen musste, wurde ihr für zweieinhalb Jahre der derzeitige Platz zugewiesen. Die Zeit ist bald um, und es gibt einen weiteren Räumungsbescheid. Die Bewohnerinnen haben Widerspruch eingelegt. Sie wollen bleiben, solange das Gelände nicht anders genutzt wird. Und sie wollen ein Recht auf ihre eigene Wohnform. “Wohnen auf dem Wagenplatz ist keine Notlösung. So stellen es diejenigen dar, die uns weghaben wollen”, sagt Kay B. Sie zeigt einen Brief des klagenden Anwalts Gerhard Opitz. Er schreibt, der ursprüngliche Grund zur Errichtung von Wagenburgen sei entfallen; in Berlin gebe es genügend leer stehende “Mietwohnungen für Preise zwischen 2,00 und 4,00 Euro pro Quadratmeter.”

Wohnungsknappheit jedoch sei nicht der Grund für ihre Lebensweise, darin sind sich die Bewohnerinnen einig. “Wir verstehen uns als Wohn- und Kulturprojekt. Das heißt für uns selbstbestimmt, kollektiv und umweltschonend zu leben. Ganz bewusst verbrauchen wir wenig Ressourcen, wenig Wasser und Strom, und ganz bewusst machen wir in unserer Freizeit etwas für den Kiez”, meint Susanne Lambert. Der Wagenplatz bietet eine Volksküche an, und es gibt alle zwei Monate das Varieté des “Schwarzen Kanals”. “Kunst, aber ohne Kommerz!” Das ist den Bewohnerinnen wichtig. “Schon komisch, das man heutzutage alles, was keinen Geldwert hat, rechtfertigen muss, selbst das einfache Leben”, ergänzt Kay B.

Das Varieté im “Schwarzen Kanal” ist legendär. Es existiert seit ungefähr zwölf Jahren und begann auf dem alten Platz an der Schillingbrücke. “Bei der letzten Veranstaltung im Mai waren 400 Besucher und Besucherinnen da. Feuershows, Drag-Shows, Performances, Musik, Akrobatik gab es”, erzählt Usch Jabinik. Die KünstlerInnen nehmen kein Geld, der Wagenplatz auch nicht. Bühne und Tribünen sind selbst gebaut. Zuschauerinnen können sich für Auftritte bewerben. “Wir haben eine Open Stage”, sagt sie.

Solche Aktionen machen den Wagenplatz zum kulturellen und sozialen Anlaufpunkt. In den Augen der Investoren ist genau das das Problem. Für sie ist das “Verslumung”, für sie stellen die Wagenplätze ein “Sicherheitsrisiko” dar. Sie minderten den Wert ihrer Immobilien, wird argumentiert. Dass dies zur einzigen Logik von Stadtentwicklung wird, dagegen stehen mobile Wohnformen wie die Wagenburgen.

Die Bewohnerinnen vom “Schwarzen Kanal” sind mit ihren Forderungen nicht allein. “Mit der Wagenburg haben wir überhaupt keine Probleme, auch keine Berührungsängste”, sagt ein Mitarbeiter aus der Geschäftsleitung des “Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge”, der Räume direkt nebenan gemietet hat. Auch Architekten und Stadtplaner unterstützen die Idee der Erhaltung der Wagenplätze in den Innenstadtbezirken: “Ich halte es für viel gefährlicher, wenn die Stadt verslumt wird durch das 123. Starbucks-Café um die Ecke. Das ist Kulturverslumung”, sagt der Architekturprofessor Gernot Nalbach in einem Filmbeitrag über Berliner Wagenplätze. Zudem, so erläutert er weiter, entstehen Sicherheitsrisiken gerade durch die Überzahl von Bürogebäuden. Denn die Büros sind nach Feierabend leer, die Straßen am Abend und in der Nacht verödet. Die Lebendigkeit im Kiez gehe verloren. Genau dies führt dazu, dass Leben durch Videokameras oder den Wachschutz ersetzt wird. “Und durch eine Welt der Versprechen, die mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmt”, ergänzt Kay B.

Als an der Schillingbrücke ein Wohnhaus gebaut wurde, an dem ein Werbeplakat hing “Traumwohnungen zu verkaufen”, reagierte die Wagenburg. “Wir haben ein Transparent aufgehängt, da stand drauf ,Träume kann man nicht kaufen'”, erzählt Kay B. “Wer welche hat, soll aber wissen, dass auch darum gekämpft werden kann”, meint sie.

Das nächste Varieté: heute Abend um 22.00 Uhr, Michaelkirchstr. 20.

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Besetzung in Wien!

  Besetzung in Wien!


Kommunique

Gestern haben wir 1400 m2 seit langem ungenutztes Arreal im alten AKH besetzt. Wir bleiben und haben bereits mit der Instandsetzung der Gebäude begonnen. Folgendes Kommunique ist eine Momentaufnahme. Ziele und Wege sollen ständiger Modifikation durch die AktivistInnen unterliegen, ständig neu reflektiert und festgelegt werden.

Wir haben Raum!

Wir leben einem Gesellschaftssystem, in dem Herrschaft durch ökonomische, soziale und patriachale Zwänge ausgeübt wird. Elend, Entfremdung, Krieg, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und Homophobie sind nicht unabhängige Phänomene sondern Konsequenzen des Kapitalismus. Deshalb glauben wir, dass es einer radikalen Alternative zu Kapitalismus und Staat bedarf und keine Hoffnung in kleinen Reformen innerhalb dieses Systems liegen. In diesem System wird (künstlich) Knappheit produziert, damit wenige im Überfluss leben können, obwohl von allem genug für alle gibt! Trotz ständiger steigender Produktivität werden wir mit Kürzungen von Sozialleistungen, steigenden Preisen, Studiengebühren und immer prekäreren Arbeitsverhältnissen konfrontiert.

Was keinen Preis hat und sich nicht in Geld ausdrücken lässt, fintet keinen Platz in unserer Gesellschaft. Genau diesen Platz wollen wir schaffen.

Wir bauen gemeinsam einen selbstbestimmten Platz auf, um einen Ort und Infrastruktur zu haben, die es uns und auch euch ermöglicht, Träume und Ideen zu verwirklichen. Deswegen schaffen wir ein offenes selbstverwaltetes soziales Zentrum – auch ohne das nötige Kleingeld! Wir laden Menschen ein, sich an diesem Prozess zu beteiligen und uns zu unterstützen.

Ein Platz und Freiraum für: – Projektideen! – ein unkommerzielles Cafe mit regelmäßiger kostenloser Küche! – einen ständig offenen Raum als Treffpunkt! – Kulturprojekte und -veranstaltungen! – eine kritische Universität (Diskussionen, Lesekreise…) – eine freie Kinderstube

Unkommerzielles Kulturbeisl

Wir wollen: ein Cafe, eine offene Küche, einen Raum für Veranstaltungen (Konzerte, Theater, Diskussionskreise, Kino). Statt durch übliche autoritäre Hierarchien werden wir diese Projekte basisdemokratisch organisieren. Diese sollten sich der gängigen Vermittlung über Geld und Tausch möglichst entziehen, auch wenn Einkaufs-, Reparaturkosten, Genehmigungen usw. das sehr erschweren. Es soll ein gemütlicher Treffpunkt, ohne Zwang etwas kaufen zu müssen, werden; ein bunter Ort, der von allen die ihn nützen mitgestaltet wird.

Eine kritische (nicht-)Universität

Wir wollen einen Raum für eine kritische Auseinandersetzung mit gesamtgesellschaftlichen Zusammenhängen, jenseits des unreflektierten Weitertradierens des wissenschaftlichen Mainstreams. Ohne Bevormundung und Einschränkung durch autoritäre Zwänge soll der gesellschaftliche Status quo analysiert und Alternativen entworfen werden.

In der „Kritischen Universität“ soll in den Blick geraten, was ohnehin augenscheinlich ist, aber nicht gesehen werden will. Hier soll ein Gegenmodell zu hierarchischen Ausbildungsstrukturen entstehen, ein emanzipatorisches Forum, in dem Widersprüche zugelassen und gesucht, in dem soziale, ökonomische und kulturelle Prozesse analysiert und kontroversiell diskutiert werden. Für uns ist diese Auseinandersetzung nicht bloße Betrachtung abstrakter Prozesse, die uns nur als ZuschauerInnen interessieren. Theorie und Praxis stehen in direktem Zusammenhang – die theoretische Analyse soll Anleitung und Ausgangspunkt für emanzipatorisches Handeln sein.

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Ex-Steffi vs. Stadtverwaltung, die Erste

  Ex-Steffi vs. Stadtverwaltung, die Erste


Verhandelt wird am 27.07.2004 ab 11:00 Uhr die Räumungsklage der Stadt Karlsruhe gegen die BewohnerInnen der Ex-Steffi vor dem Landgericht Karlsruhe, Hans-Thoma-Stra?e 7. Zeitgleich findet die Gemeinderatssitzung im Karlsruher Rathaus statt, in der auch wieder die Ex-Steffi auf der Tagesordnung stehen soll. Die Verhandlung ist Öffentlich es ist aber wichtiger zahlreich auf der Kundgebung auf dem Marktplatz um 14.00 Uhr zu erscheinen!

Angeklagt sind wenige, gemeint sind wir alle!

Ex-Steffi