aktuelles zur wagenplatz-besetzung in berlin

  aktuelles zur wagenplatz-besetzung in berlin


28.11.00

die bewohner/innen der wagen treffen sich morgens an der gleimstr. um die wagen für die abfahrt bereit zu machen. die polizei schiebt mit ca 30 leuten wache und lässt nur personen durch deren autos auf dem gelände stehen. wir entscheiden uns in kleinen gruppen von 2-3 gespannen vom gelände zu fahren und uns erstmal irgendwo verstreut abzuparken, dann um 15.00 uhr aber zur gleimstrasse zurückzukommen, da dort auch der gestrige runde tisch stattfinden sollte. als wir um ca 13.00 uhr starteten bekam jede gruppe von uns eine eskorte, aus mannschaftswagen, motorrädern und zivis. wir parkten die lkws also irgendwo an der strasse ab. wohlbewacht von freund und helfer. egal wer gestern wohin fuhr konnte sich sicher sein mindestens einen uniformierten mit streifenwagen an seinem arsch kleben zu haben. 3 fahrzeuge wollten vorübergehend auf das alte gelände am friedrichshain wo aber auch schon die büttel waren und jedes auto kontrollieren wollten, ob es denn berechtigt sei auf das gelände zu fahren.dabei wurde uns mehrfach damit gedroht wenn wir die autos nicht vorm platz wegfahren dann würden die bullen sie abschleppen lassen. eine berechtigung hatte aber nur, wer auf einer liste stand, welche irgendwann im august gemacht wurde, als noch nicht klar war was überhaupt mit uns passieren sollte. wie es also so sein soll mussten wir eineinhalb stunden diskutieren, anwalt anrufen und bla bla bis alle drei autos auf dem gelände waren. nach einer kleinen verschnaufpause trafen wir uns alle gegen 22.00 am parkplatz vorm velodrom, conrad blenkle str.. schön begleitet von unseren bewachern fingen wir dort auch gleich an eine burg zu bilden und uns im kreis aufzustellen. nach ca 2 stunden kam dann wieder der chef irgendeiner einheit, welcher uns das parken in rundform verbieten wollte. nach einer halbstündigen diskussion war das thema dann vom tisch, bis eine stunde später wieder zwei wichtigmacher auftauchten und ein problem mit uns hatten. im endeffekt konnten wir aber dort übernachten wie wir waren und weiteres wird der heutige tag bringen. wir möchten uns auch beim kinderbauernhof mauerpark bedanken die uns spontan räume zur verfügung gestellt haben um dort nachmittags einen runden tisch mit hr.krätzer, hr. hirsch, fr. mersch(s.t.e.r.n.), hr. retschke(bauamt), uns und einigen presseleuten abzuhalten. leider kam dabei auch wieder nicht viel heraus. zumindest konnte unser anwalt herrn krätzer dazu bringen gelände zu prüfen, auf denen wir eine gewisse übergangszeit parken können, um in ruhe nach einem längerfristigen gelände zu kucken und mit den entsprechenden menschen verhandeln zu können. darüber wird heute entschieden. wir sind auch schon darauf gespannt was dabei herauskommt. bis jetzt dauert es an, es wird verhandelt. es wird uns immer wieder vorgeworfen wir hätten seit einem jahr gewusst das wir da weg müssen und uns hätten darum kümmern sollen was wir danach machen. wir haben eine liste mit 40 leeren grundstücken bei frau dubrau(baustadträtin) abgegeben, wurden aber überall abgewiegelt. unserer einzigsten forderung die wir die ganze zeit gestellt haben ist als bis jetzt noch nicht nachgekommen worden. also nochmal…… wir wollen ein ersatzgelände in der innenstadt wo wir zusammen in der gruppe leben können. und innenstadt heisst für uns nicht hellersdorf, marzahn oder sonstige bezirke im braunen speckgürtel um berlin.

heute party am friedlhain

[squat!net]


nachtrag zur wagenplatz-besetzung im prenzlberg

  nachtrag zur wagenplatz-besetzung im prenzlberg


26.11.00 nachdem die polizei sich stundenlang beraten hatte sind sie mit ca. 10 wannen, einem unimog mit schieber, tieflader mit radlader darauf und gerätewagen für licht am gelände in der schwedterstr. aufgetaucht. die einfahrt zum gelände war zu diesem zeitpunkt jedoch schon mit 5 oder 6 lkws so zu zugemacht das man das gelände nur noch zu fuß betreten konnte. dann kamen bezirksbürgermeister krätzer und ralf hirsch (senat) auf das gelände um uns klar zumachen das die polizei uns von dem gelände runterwirft. sie beide könnten jedoch noch eine stunde mehr für uns rausschlagen. nach erneuten beratungen mit der polizei kamen die beiden wieder zurück, diesmal mit verstärkung von hr.knage (direktionsleiter der direktion 7) der uns versuchte deutlich zu machen wir sollten doch zum friedrichshain zurückfahren,da dies der rechtlich sicherste platz für uns sei. wie wir später erfahren haben wurde das gelände an der bötzowstr. zeitgleich von bullen umstellt. angeblich damit der investor dort keinen graben ziehen kann um uns die möglichkeit zu nehmen wieder dort zu parken (sonntag abend um 22.00 uhr 🙂 ). die besetzer jedenfalls ließen sich nicht darauf ein. seit einem jahr versuchen sie uns am friedrichshain runterzudrängen. jetzt gehn wir und dann passt es ihnen auch nicht……. hr.krätzer tauchte zwar abends am platz auf, ließ jedoch keine zweifel daran das er uns auf keinen fall helfen könnte, da ja die bullen dafür zuständig wären. diese machten sich jetzt daran das gelände zu umstellen, keine personen mehr rauf oder runter zu lassen. eine unterstützer/innen gruppe von ca.50 personen wurde auch sofort abgehalten das gelände zu betreten. die menschen auf dem gelände kletterten auf die dächer der autos wo sie dann von den bullen runtergezerrt wurden. daraufhin wurden die personalien der leute festgestellt und sie wurden vom gelände runtergeworfen. die autos konnten die bullen allerdings nicht wegräumen, weil diese so ineinander eingeparkt waren das man hätte grossen schaden an den lkw´s anrichten müssen um sie da raus zu kriegen. die bullen sagten uns wir könnten die autos bis 28.11 17.00uhr da abholen oder sie würden sichergestellt werden und dann müssten wir sie auslösen. gegen ca.00.00 uhr war räumung dann abgeschlossen. zumindest für die bullen. no justice no peace fuck the police

27.11.00 um 12.00 uhr mittags begann im bezirksamt p-berg ein runder tisch mit dem bürgermeister, der baustadträtin dubrau, vertretern der bvv, einem senatsvertreter, herrn hacker von der oberfinanzdirektion (welche noch besitzer des geländes ist),einem vertreter der bürgervertretung welche sich um das gelände kümmert , journalisten und natürlich uns bewohnern. herr hacker von der ofd gab uns klar zu verstehen, das er und sein ´dienstherr´ auf keinen fall dazu zu bewegen sind uns bis baubeginn auf dem gelände zu dulden. ebenso hat er es abgelehnt uns ein anderes brachliegendes grundstück zur befristeten zwischennutzung, bis es einen ersatzstandort gibt, anzubieten. dies war nun der schon der 6 oder 7 runde tisch seit dem 15.09.00. unsere zentrale forderung war von anfang an ein ersatzgelände in der innenstadt. damit kann man uns aber nicht dienen. angeblich gibt es weder bezirkseigene noch privatgrundstücke in entsprechender grösse die zur verfügung stehen. morgen ist um 15.00 uhr wieder ein treffen mit den ´volksvertretern´ geplant, bei welchem uns dann gesagt wird, ob es in pankow eventuell stellplätze gibt.

als fazit der bisherigen verhandlungen kann man nur sagen, das die einen die zuständigkeit auf die anderen schieben, keiner mehr schuld an der situation ist als wir selbst, und das das leben im wagen sowieso nicht erwünscht ist.

fortsetzung folgt…….sicher

vielen dank an die leute die spontan dort am sonntagabend aufgetaucht sind um uns zu unterstützen.

29.11.00 große abschiedsparty am friedrichshain 16-18 bring tons of friends and dogs and drinks & usefull things.

heute ist nicht alle tage wir können auch anders keine frage 🙂

adam purple

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neuer wagenplatz in berlin besetzt

  neuer wagenplatz in berlin besetzt


heute gegen 15.30 haben die bewohner der wagenburg am friedrichshain das grundstück schwedterstr./gleimstr. besetzt, nachdem sie vorher mit einem ca 300m langem knvoi durch die innenstadt gefahren sind. die bullen waren auch schon da sind sich jedoch nicht sicher was sie machen sollen. es ist im moment noch alles möglich. über unterstützer(innen) freuen wir uns herzlich. ausserdem gibt es am 29.11.00 am friedrichshain 16-18 unsere abschiedsparty. bring friends food dogs & fun.

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Berlin: Schwedterstr./Gleimstr.

  Berlin: Schwedterstr./Gleimstr.


heute gegen 15.30 haben die bewohner der wagenburg am friedrichshain das grundstück schwedterstr./gleimstr. besetzt, nachdem sie vorher mit einem ca 300m langem knvoi durch die innenstadt gefahren sind. die bullen waren auch schon da sind sich jedoch nicht sicher was sie machen sollen. es ist im moment noch alles möglich. über unterstützer(innen) freuen wir uns herzlich.

ausserdem gibt es am 29.11.00 am friedrichshain 16-18 unsere abschiedsparty. bring friends food dogs & fun.

Nachtrag von 19.42h:

soeben kam die nachricht das sich an der polizeiwache schönhauserallee etwa 30 mannschaftswagen in voller besetzung befinden, welche möglicherweise gleich bei der neubesetzung auflaufen werden.

keep on squatting people

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Neue Besetzungen in Amsterdam

  Neue Besetzungen in Amsterdam


An den letzten beiden Sonntagen sind in Amsterdam leerstehende Wohnungen in den Haeusern Rusland 9-13 besetzt worden.

Rusland ist ein kleines Straesschen in der Innenstadt, genauer: mitten im Rotlichtviertel. Bei den besetzten Raeumen handelt es sich um die Obergeschosse der jeweiligen Haeuser, die schon fast zehn Jahre leerstanden, da durch einen Ausbau der Ladenlokale im Erdgeschoss schlicht und einfach der Zugang nach oben zugemauert wurde. Dieses Problem “Wohnen ueber Geschaeftsraeumen” wird bereits seit 15 Jahren debattiert. Dutzende Briefe und offizielle Drohungen der Gemeinde an die Hausbesitzer hatten bisher keinerlei Erfolg. In zahlreichen Amsterdamer Einkaufsstrassen, z.B. der Kalverstraat und der Leidsestraat, stehen bis zu zwei Dritteln der Haeuser leer, weil nur die lukrativen Gewerberaeume in den Erdgeschossen genutzt werden. Dass die bisherigen sanften Drohungen der Gemeinde an die Eigentuemer nichts genutzt haben, musste kuerzlich auch die zustaendige Stadtraetin Krikke (ja, das ist die vor der Kalenderpanden-Raeumung getortete…) zugeben.

Wohnraum muß bewohnt werden. Das hilft nicht nur gegen Wohnungsnot, sondern ist auch eine Massnahme gegen den zunehmenden Verfall der oftmals historischen Gebaeude. Die Loesung liegt auf der Hand: Enteignung der Hausbesitzer, die sich weigern, diesen Missstand zu bekaempfen! Die entsprechende Diskussion ist im Stadtrat in vollem Gang.

Die BesetzerInnen von Rusland – die besetzten Raeume heissen nun uebrigens “Tschetschenien”… – fordern von der Gemeinde, dass sie mit den ihr zur Verfuegung stehenden Mitteln ein Zeichen setzt und diese Gebaeudeteile ihrer urspruenglichen Bestimmung zurueckfuehrt. Anzunehmen, dass der Eigentuemer, die Hotelkette Radisson SAS, andere Plaene hat…

infocafe aachen

Weitere Informationen und Bilder: http://squat.net/tjetjenie

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Alternative Lebensformen

  Alternative Lebensformen


Mainzer Straße? War da was? Ach ja: Am 12. November 1990 überfiel die Polizei mit Wasserwerfern die besetzte Mainzer Straße in Friedrichshain. Die Polizei wurde zurückgeschlagen, musste sich für fast zwei Tage aus dem Bezirk zurückziehen. Am Morgen des 14. November räumten dann 4 000 Polizisten in einem der brutalsten Einsätze der Nachkriegsgeschichte die Straße. Tränengas in unvorstellbaren Mengen, Blendschockgranaten, Wasserwerfer, Räumpanzer, es wurde sogar scharf geschossen. Zwei Hausbesetzer wurden von Schüssen getroffen, zahlreiche Personen wurden schwer verletzt.

Nach der Straßenschlacht sah die Mainzer Straße aus wie ein Trümmerfeld. Und auch sonst war vieles nicht mehr wie vorher. Die Grünen ließen die Koalition mit SPD-Bürgermeister Walter Momper platzen, der für die Räumung verantwortlich zeichnete. Und die Ossis wussten endlich, was sie sich mit der Wende eingehandelt hatten. »Westpolizei probte in Ostberlin den Bürgerkrieg«, titelte das Neue Deutschland. Und in der Tat waren mit diesem martialischen Auftritt, einem der ersten Einsätze der West-Polizei in Ostberlin, nicht nur die Autonomen gemeint. Es sollte auch ein Signal an die ehemalige DDR-Bevölkerung sein – eine Drohung.

Trotzdem war die Solidarität der Nachbarn in den folgenden Monaten enorm. Die Geld- und Kleiderspenden, die besorgten Nachfragen, auch der Medienrummel ließen über Monate nicht nach.

Doch was ist geblieben? Ist es nicht merkwürdig, dass fast jedes Ereignis inzwischen dazu benutzt wird, im nächsten Jahr eine Neuauflage zu inszenieren. Jubiläen, Jahrestage, jährliche Demos, Kundgebungen, Feiern – nur die Räumung der Mainzer Straße bleibt ausgenommen. Und das, obwohl es für die autonome Linke in Berlin wohl kaum ein vergleichbar wichtiges Datum gibt.

Es gab – man glaubt es kaum – nicht ein einziges größeres Nachbereitungstreffen derjenigen, die in der Mainzer gelebt oder gekämpft haben. Und Momper, der nach der Räumung mehrfach vermöbelt wurde, und dessen Wohnung jahrelang von der Polizei bewacht wurde, tritt inzwischen wieder völlig ungestört in der Öffentlichkeit auf, knuddelt mit Grünen oder PDSlern. Mainzer Straße? War da was?

Es gibt für dieses Phänomen nur eine Erklärung: Verdrängung. Viele, die diese Schlacht damals miterlebten, waren geradezu traumatisiert.

Ich traf Jahre später einen ehemaligen Mainzer-Bewohner, der mir völlig unvermittelt erzählte, er habe vorhin unter der Dusche an den 14. November 1990 gedacht und plötzlich angefangen zu heulen wie ein Schlosshund. Etliche hatten Todesangst, als die Polizei vorrückte. Für viele war diese Schlacht ein großer Einschnitt im Leben. So mancher hat danach seinen Job geschmissen oder sein Studium. Viele haben sich radikalisiert, andere zogen sich völlig zurück.

Heute geht man in der Mainzer Straße nur noch zwischendurch einen Falaffel essen oder in der Apotheke ein Päckchen Kondome kaufen. Schade eigentlich.

ivo bozic, 15. November 2000, Jungle World Ausgabe 47/2000


“Häuser könnt ihr räumen – Herzen nie”

  “Häuser könnt ihr räumen – Herzen nie”


Ein schwarzer Hund schaut aus dem Fenster im zweiten Stock. Der Fensterrahmen ist rot. Die Fassade des Hauses ist bunt von Graffiti. “Risikokapital” steht auf einem weißen Leintuch, das an der Hauswand befestigt ist. Im Durchgang zum Hof kleben Plakate. Sie werben für die Gegendemonstration zum Aufstand der Anständigen am 9. November, ein Konzert im Club Supamolly, eine Demonstration gegen Rassismus in Cottbus. Das Haus an der Kreutzigerstraße 19 in Friedrichshain ist vor zehn Jahren besetzt worden. Heute zahlen die Bewohner Miete an die Wohnungsbaugesellschaft. Dass es zu dieser Einigung kam, hat auch mit den Ereignissen eine Straße weiter zu tun.

  Flucht über den Friedhof

Dort, in der Mainzer Straße, gibt es keine bunten Fassaden mehr. Die Wände der Gründerzeithäuser sind pastellfarben renoviert. In den Blumenkästen auf den Balkonen wachsen Geranien und Astern. “Die Chaoten sind weg”, sagt eine alte Frau, die 1992 in eines der einst besetzten Häuser gezogen ist. “Aber unsere Keller sind feucht, und die Leute werfen alles einfach auf die Straße.” Die junge Frau aus Süddeutschland, die in der Mainzer Straße 4 wohnt, weiß nicht, wie lange das Graffito schon draußen an ihrer Hauswand steht: “Unsere Häuser könnt ihr räumen – unsere Herzen nie”.

Die Mainzer Straße ist am 14. November vor zehn Jahren geräumt worden. Die Aktion geriet zu einem Straßenkampf, der drei Tage dauerte. 500 Besetzer gegen 3 000 Polizisten, Tränengas, Wasserwerfer, Barrikaden, Molotowcocktails und Pflastersteine. Am Ende waren elf besetzte Häuser leer, die Alternative Liste kündigte die Koalition mit der SPD auf. Und den Besetzern in den verschonten Häusern war klar, dass sie nur würden bleiben können, wenn sie künftig Miete bezahlen würden. Ein Problem war das aber höchstens für ein paar Kreuzberger Autonome. Den ostdeutschen und auch den meisten Westberliner Besetzern ging es eher um selbstbestimmtes Wohnen als um den ideologischen Kampf gegen das Privateigentum.

Die ehemaligen Besetzer der Kreutzigerstraße 23 haben ihr Haus schließlich sogar gekauft, nachdem es einem Alteigentümer zurückübertragen worden war. Gerade sind die Genossenschaftler dabei, es in Eigenarbeit zu renovieren. In dem verstaubten Hausflur hängt eine Tafel, auf der die nächsten Baumaßnahmen aufgelistet sind: Estrich legen, Löcher in Wänden und Decken schließen, Stahlträger entrosten und schleifen. Andreas Baier wohnt seit zehn Jahren hier. Er kann sich noch gut an den 14. November 1990 erinnern.

Zum Ende der Straßenschlacht seien viele Besetzer aus der Mainzer Straße über den Friedhof zwischen den beiden Straßenzügen in die Kreutzigerstraße geflohen, sagt er. “Die haben bei uns Unterschlupf gesucht.” Die Bewohner der acht besetzten Häuser in der Kreutzigerstraße hätten sich sicher gefühlt. “Die Polizisten haben uns signalisiert, dass uns nichts passieren würde, wenn wir nicht selbst gewalttätig werden.”

In den Häusern an der Mainzer Straße wohnten seit dem Sommer nach dem Mauerfall auch viele Kreuzberger Autonome, in der Kreutzigerstraße vor allem junge Leute aus Friedrichshain. “Wir hatten mit unseren Polizisten einen ganz guten Kontakt”, sagt Andreas Baier, ein Pforzheimer, der im Sommer 1990 aus Kreuzberg nach Friedrichshain gezogen ist. Vor allem aber habe die Mainzer Straße einen anderen Anblick geboten als andere Straßen mit besetzten Häusern. Die Wände seien voller militanter oder ideologischer Parolen gewesen, aus den Fenstern hätten schwarz-rote Fahnen gehangen. “Das erinnerte schon stark an die Hafenstraße in Hamburg, und eine zweite Hafenstraße wollte man nicht.”

Das Ende der zweiten Hausbesetzerwelle in Berlin nach dem Häuserkampf in Kreuzberg Ende der 70er-, Anfang der 80er-Jahre war mit der Räumung der Mainzer Straße besiegelt.

Von einst mehr als 120 besetzten Häusern im Ostteil der Stadt ist das letzte offiziell besetzte Haus vor zwei Jahren geräumt worden: die Pfarrstraße 104 im Bezirk Lichtenberg. Das Bezirksamt war von dem Einsatz damals ebenso überrascht wie die zwanzig Hausbewohner. Die Räumung verlief friedlich. Es gab anschließend nicht einmal eine Protestdemonstration.

Susanne Lenz, 15. November 2000 Berliner Zeitung Berlin


Demo wegen der Räumung des Ladronka in Prag

  Demo wegen der Räumung des Ladronka in Prag


Die Demo in Prag wegen der Räumung des Ladronka beginnt morgen am 11.11. um 13:00 am Marianske Namesti.

Aktuelle Infos gibt es ab 17:00 auf der Ladronka website:

http://www.ladronka.cz

Hier finden sich auch weitere Pläne z.B. für den 12. November um 15:00 Uhr:

Öffentliches Zelten: Palach square in the centre of Prague (station Staromestska, green metro line).

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Besetztes Haus Ladronka, Prag geräumt

  Besetztes Haus Ladronka, Prag geräumt


Gestern kam diese Meldung über das besetzte Haus “Ladronka” in Prag:

Zur Zeit sind 4 Menschen auf dem Dach vom Ladronka und bereits 4 Menschen sind festgenommen. Es sieht so aus, als würden alle wegen Schwarzstrom, bzw. -telefon festgenommen sein.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Räumung als Nachwehen des Protesttes gegen das Treffen des IWF und der Weltbank in Prag auftritt. Die öffentliche Meinung ist derart schlecht, dass anscheinend der gesamte Aktivismus in Tschechien auf dem Spiel steht.

Zur Zeit gibt es noch etwa 30 Menschen, die das Ladronka von aussen unterstützen und weitere kommen hinzu.

Wenn Ihr helfen wollt – Kommt vorbei, jede Solidarität ist willkommen!

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9 Festnahmen im Mollie (Amsterdam, Niederlande)

  9 Festnahmen im Mollie (Amsterdam, Niederlande)


Samstag Morgen im Mollie im Stadtteil De Pijp im Sueden von Amsterdam:

Gegen 4:30 Uhr betreten zwei Beamte das Lokal und beschweren sich ueber die laute Musik – nach einigen Rangeleien holen die beiden Beamten schliesslich Verstaerkung: Mobile Einheit, ein Hundewagen und weitere Einheiten werden zusammengerufen, marschieren erneut ins Mollie ein und nehmen 9 Menschen fest.

Beginnt die Revolution jetzt also doch in de Pijp?

Heute abend ist das Mollie nach der Krachdemo geoeffnet und sonst jeden abend ab 21:00 Uhr – MOLLI CHAOOT van Ostadestraat 55h 1072SN Amsterdam

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