Basel: haus besetzt und wieder geräumt

Heute früh wurde die Florastrasse 23 besetzt. Das Haus steht seit einem Jahr leer und hätte neu belebt werden sollen. Der Eigentümer erfreute sich jedoch nicht über diese Nachricht und schaltete kurzerhand die Polizei ein. Ein konstruktives Gespräch oder eine anderweitige Verhandlung zwischen den Besetzer*innen und dem Besitzer war leider nicht möglich. Das Haus wurde somit nach wenigen Stunden polizeilich geräumt. Festnahmen gab es keine.

Mit der Besetzung wurde dem Aufruf der Aktionstage „Gemeinsam gegen Leere! – Wem gehört der Raum?“ gefolgt.
Wem gehört der Raum? Was sind die Gründe für „Leer-Stand“?

Es gibt viele leere Häuser, Wohnungen und Büroräume in Basel und schweizweit. Die Gründe sind (kurz gesagt) Immobilien Spekulationen, Totalsanierungen bzw. Aufwertungsprozesse, Familienstreitigkeiten nach einer Erbschaft, ausstehende Bauvorhaben aufgrund von Vorschriften oder die Faulheit der Eigentümerschaft. Die Liste der Gründe ist lang und alle wissen um den andauernden Kampf für Wohnraum, den Kampf um die Stadt, den Kampf um den Raum – doch schwerwiegende Änderungen können in einem System wo das Kapital bestimmt wohl nicht zu erwarten sein. Der Kampf um Wohnraum bleibt an den Mieter*innen und ihren Unterstützer*innen hängen. Das Eigentum (somit die Eigentümerschaft) wird als höchstes Gut geschützt und jegliche Verantwortung abgegeben.
Mehr Informationen zur ernüchternden Sachlage „Wem gehört der Raum?“, sowie Fakten zur Immobilien Lage und deren Besitzer*innen in Basel sind zum Beispiel hier zu finden. [weiter ..]

Bern: Solidaritätsaufruf Besetzung an der Wasserwerkgasse

Wir haben am Montag das Haus an der Wasserwerkgasse 17 in Bern besetzt. Unsere Existenzen sind aufgrund von akuter Wohnungsnot in hohem Masse bedroht. Des Weiteren leiden in der momentanen Krise die Menschen am meisten, welche sich sonst schon in schwierigen Verhältnissen befinden. Unter den momentanen Umständen sowie den allgemeinen Entwicklungen der städtischen Raumpolitik ist es bedauerlicherweise ein Ding der Unmöglichkeit, mit geringem Einkommen zu den dringend benötigten Räumen in der Stadt zu kommen. Unsere Ideen für die Nutzung des Hauses beinhalten neben Wohn- und Arbeitsräumen auch Integrationsprojekte sowie niederschwellige Begegnungsmöglichkeiten in Form von unkommerziellen Angeboten für ALLE Menschen. Menschen ohne Papiere, Menschen mit kleinen Einkommen, Menschen, welche die Nase voll haben von überteuerten Pop-Ups und coolen Gelaterias, Menschen die Ihr Leben nicht am Kapitalismus orientieren und Menschen, die gemeinsam Ihr Leben und Ihre Umwelt gestalten möchten und sich entscheiden, nicht in Mietwohnungen zu leben. Wir wollen leben, Raum bieten für Menschen welche systematisch ausgegrenzt werden und eine nachhaltige und solidarische Alternative zu der individualisierten und konsumorientierten Wegwerfgesellschaft sein! [weiter ..]

Winterthur: Zensur, Besetzung für ein soziales Zentrum

Wir haben das Gebäude an der Talackerstrasse 99 diesen Freitag Abend besetzt. Nachdem es seit mehr als 3 Jahren leer steht, wollen wir das ehemalige Sulzer-Bürogebäude neu beleben und ein soziales und kulturelles Zentrum aufbauen.

Aktuell „gehört“ das Gebäude der Implenia, welche mit Grossprojekten wie z. B. Der LokStadt sowie der Aufwertung von Hegi eine treibende Kraft in der Entwicklung von Winterthur zu einer „Stadt der Reichen“ ist.

Mit der ZENSUR wollen wir einen Raum schaffen, der es Menschen ermöglicht, Projekte ohne viel Geld umzusetzen. Damit es sich alle leisten können, kreativ zu sein, sport zu machen, Filme zu zeigen und Diskussionen zu veranstalten. Jeder Person soll es hier möglich sein, mit ihren Vorschlägen sowie Fähigkeiten die ZENSUR mitzugestalten und so ihre Wünsche und Ideen kollektiv zu erfüllen und verwirklichen. [weiter ..]

Leipzig: Besetzung Ludwigstraße 71

Pressemitteilung 22.08.2020 Besetzung Ludwigstraße 71

Die Besetzung der Ludwigstraße 71 hat die erste Nacht überstanden. Weiterhin halten sich in dem Wohnhaus Aktivist*innen auf. Laut LVZ soll der Eigentümer oder die Eigentümerin am Mittwoch nach Leipzig kommen und bereit sein mit den Aktivist*innen in ein Gespräch zu treten. Bis dahin stehe das Haus unter polizeilicher Beobachtung.

„Wir würden uns freuen, wenn der Eigentümer oder die Eigentümerin auch den direkten Kontakt zu uns aufnehmen würde“, meint Kaya von Leipzig Besetzen. Seit Beginn der Besetzung betonte die Gruppe die Bereitschaft Verhandlungen auf Augenhöhe zu führen und legte ein Nutzungskonzept vor.

„Von der Polizei erwarten wir Zurückhaltung“, pflichtet Sasha, ebenfalls von Leipzig Besetzen, bei. Am Vortag war es in den Nachbarstraßen zu einem erhöhten Polizeiaufgebot gekommen. Zwischenzeitlich versuchten sich Polizist*innen von der Mariannenstraße aus Zugang zum Gebäude zu verschaffen. Dafür hielten die Beamt*innen unter anderem Haustüren angrenzender Wohnobjekte auf, wenn Anwohnende diese verließen. Zusätzlich kam es zu Bedrängungen von
Passant*innen durch Polizist*innen. [weiter ..]

Zürich: neue wagenplatzbesetzung

Wir haben uns heute, am 31.07.2020, den Platz zwischen Bernerstrasse, Aargauerstrasse und Depotweg genommen, um hier einen Wagenplatz ins Leben zu rufen. Hier entsteht nun ein Zuhause, ein unkommerzieller Ort, wo wir selbstbestimmt leben wollen. Wir wollen hiermit auch der durch die Stadt aktiv angetriebenen Vertreibung der Mittel- und Wenigverdienenden aus den Quartieren und dem Stadtzentrum ein starkes Zeichen entgegensetzen.

Zürich-West gleicht mittlerweile einer Lego-Landschaft bestehend aus überteuerten Wohnungen, Hotelkomplexen und Bürogebäuden. Wohnen in der Stadt wird immer teurer, bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware. Die Stadt Zürich treibt diese Entwicklung aktiv an, wie auch mit dem Beispiel der Räumung des Juch-Areals zugunsten eines LKW-Wendeplatzes offensichtlich wurde.

Wir sind nicht grundsätzlich gegen Parkplätze und LKWs, aber wir beleben sie! [weiter ..]

Zürich: Juch bleibt! Neue Grossbesetzung

Heute Abend wurde die Liegenschaften an der Grimselstrasse 18 und 20, Saumackerstrasse 67 und 69 besetzt. Die Besetzer*innen haben sich diesen Raum als Antwort auf die Räumung des bestzten Juchareals am 23.5.2020 genommen.

Wenn ihr uns einen Raum wegnehmt, nehmen wir* uns einen neuen!

Heute vor genau einem Monat hat das Sozialdepartement der Stadt Zürich Strafanzeige erstattet und anschliessend das Juchareal mit einem Grossaufgebot der Stadtpolizei Zürich räumen lassen. Dies nur weil die benachbarte Stadionbaustelle der HRS Real Estate anscheinen mehr Platz braucht, um ihre Lastwagen zu wenden und so ihr Imperium im Auftrag der Stadt möglichst rasch und gewinnbringend zu vergrössern. Auch Marco Cortesi (Mediensprecher Stadtpolizei Zürich) betonte im Interview vor dem frisch geräumten Areal, dass es nun vorallem darum gehe, umgehend das Areal unbewohnbar zu machen und es dann mit privaten Sicherheitskräften zu bewachen. Selbst die linken Parteien der Stadt Zürich beanstanden, dass es äusserst fragwürdig und unangemessen ist, Wohn- und Kulturraum für eine Bauplatzinstallation zu zerstören, und schreiben in einer gemeinsam veröffentlichten Medienmitteilung: “für uns ist klar: ein Abriss von Gebäuden für die Nutzung eines Areals als Parkierungsfläche ist ein Abriss auf Vorrat.” Obwohl keinerlei sinnvolle Nutzung in Aussicht gestellt wurde und ohne jede Transparenz ein schummriger Deal zwischen der Stadt Zürich und der HRS abgewickelt wurde, mussten die Besetzer*innen das Areal verlassen. Es kann nicht oft genug gesagt werden: Das ist eine Frechheit der Stadt Zürich! Wir sind wütend! [weiter ..]

Zürich: Ein weiteres leerstehendes Haus besetzt

Heute am Mittwoch 22. April wurde in Zürich ein weiteres leerstehendes Haus besetzt, um prekarisierten Menschen ein sicheres und selbstbestimmtes Zuhause und Schutz vor dem Coronavirus zu verschaffen.

Schon letzte Woche wurde von uns nahestehenden Menschen mit dem gleichen Ziel besetzt. Viel hat sich seither allerdings nicht verändert und deshalb bleiben unsere Anliegen bestehen. Der Notstand trifft immer noch diejenigen am härtesten, für die die Umstände vorher schon beschwerlich waren. Denn viele freuen sich momentan über die baldigen Lockerungen der Massnahmen, haben sich eingeigelt und isoliert oder werfen mit sozialdarwinistischen oder verschwörungstheoretischen Phrasen um sich. Das letzte Geklatsche für das Pflegepersonal ist abgeklungen und der Gabenzaun ist leer. Das Wort „Solidarität“ bleibt als die Worthülse zurück, zu der es verkommen ist. Doch es gibt mitten unter uns noch immer Menschen, für die der Lockdown zu ständigem Stress geführt hat und die sich nicht wie wir anderen auf unsere eigene Art mit dem Virus arrangieren konnten. Den Menschen, die bisher den Zwangsmassnahmen entkommen sind, aber die es härter haben denn je – ihnen gehört unsere Solidarität. Eine praktische Solidarität. [weiter ..]

Zürich: Wir haben in Altstetten vier Häuser besetzt.

Wie jeder Notstand trifft auch dieser diejenigen am härtesten, für die die Umstände vorher schon beschwerlich waren.

Um die Bevölkerung zu schützen appelliert der Bundesrat an alle, solidarisch zu Hause zu bleiben. Während die Mehrheit in der Schweiz das Privileg hat, sich in ein Haus zurückziehen zu können, stehen jene im Regen, die das nicht können. Einige Menschen haben keine Papiere, ihre Rechte werden verweigert. Sie werden illegalisiert, isoliert und ignoriert. Viele dieser Menschen werden auf engem Raum in sogenannten Asylcenter, in Gefängnissen und Lagern eingesperrt. Ihre Freiheit und Selbstbestimmung wird ihnen verwehrt. Wiederum andere Menschen sind “durch die Maschen” gefallen – sie passen nicht in die Leistungsgesellschaft. Unsere Gesellschaft nimmt den frühzeitigen Tod all dieser Menschen hin, indem Schutzmassnahmen für sie nicht zu gelten scheinen. Diese Situation war schon vor Corona untragbar. Jetzt wird noch klarer, dass es keinen Tag so weitergehen darf. [weiter ..]

Berlin: „Wir werden besetzen…

…bis wir es nicht mehr müssen“, haben wir immer geschrieben. Diese Formulierung kann in Zeiten des „Katastrophenfalls“ erweitert werden um einen Appell: „Ihr müsst mitmachen!“

Covid-19 überrollt immer mehr Gegenden dieser Welt und es zeigt sich, dass der sogenannte Katastrophenfall die Regel ist. Denn dort, wo Menschen vom vermeintlich notwendig-strengen Vater Staat aufgerufen werden: „Bleibt zu Hause!“, haben längst nicht alle ein zu Hause. Als wäre das nicht schon schlimm genug, treibt der Staat selbst seit Langem durch Zwangsräumungen die Zahlen von Obdach- und Wohnungslosen in die Höhe. Gleichzeitig schließt er Tagesstätten, die die Obdachlosen für das mickrige Gnadenbrot und ein bisschen Seife und Wasser brauchen. In seiner dreisten Doppelmoral ermahnt er uns dann altväterlich, „Achtet auf Hygiene!“

„Meidet soziale Kontakte!“, fordern die Regierungen von uns. Doch wohin sollen sich Geflüchtete zurück ziehen, wenn sie in Lager und Abschiebeknäste an den europäischen Außengrenzen und der deutschen Peripherie zusammen gepfercht sind? Mit den Menschenrechten – wie auf Asyl, Bewegungsfreiheit und Wohnen – wurde ihnen auch die Möglichkeit genommen, sich effektiv gegen Covid-19 zu schützen. [weiter ..]

Zürich (Schweiz): Besetzung Juchhof

Liebe Menschen,
Wir haben heute ein leeres Areal besetzt, um uns einen freien Raum zu nehmen.

Warum tun wir das?
Einerseits schafft das überflüssige Geld immer neue Räume, die nur für wenige zugänglich sind.
Andererseits spielen sogar die Teile der Gesellschaft, die denken sie halten Investoren was entgegen, diesen direkt in die Hand. Baugenossenschaften sind nichts anderes als riesige Haufen von Kapital, und sind kein geeignetes Mittel gegen den Verdrängungskampf der Immobilienspekulationen. Zwischennutzungsfirmen wie Projekt Interim werden instrumentalisiert, um Besetzungen zu verhindern und beuten gleichzeitig schon perkarisierte Menschen finanziell aus. Sie sind nichts anderes als eine neue Art der Regulierung des Raums, den sie überwachen und kontrollieren.

Das sieht düster aus, doch immer wieder erkämpfen sich Menschen wirkliche Freiräume. So auch wir heute. Wir überlassen Zürich nicht kampflos den Reichen. Gemeinsam wollen wir einen Ort schaffen, an dem sich jede Person wilkommen fühlt, einen Ort an dem es einfach ist, mitzumachen. Dieser Raum steht ab heute für Freiheit und Gleichberechtigung. Er ist eine Zone für Begegnung und ein Fundament für eine andere Richtung. Dieser Ort steht für den Kampf für die Freiheit. [weiter ..]