News vom Intersquattreffen in Grenoble 25.-27. März 2001

  News vom Intersquattreffen in Grenoble 25.-27. März 2001


2 Squats (das CPA und das 102) kümmern sich um die Organisation, 4 weitere Squats beherbergen Gäste

Programm (unter Vorbehalt von Veränderungen)

24. 3. – 12.30 Uhr Sammlung auf dem Markt – Nachmittags: Kurse – 11- 18 Uhr “Akuarium” (assoziatives Forum ) des Farka (Festival des Widerstandes und der Alternativen zum Kapitalismus- Festival de Résistances et Alternatives au Kapitalisme) – ab 15 Uhr Karnaval- für die, die Lust dazu haben – 18 Uhr 1. Intersquat – Versammlung im CPA, Diskussion des Programms und der Organisation der folgenden 3 Tage – 20 Uhr gemeinsames Essen – Gesang: Farka Rave

25.3. im 102 – 12.30 Uhr Sammlung auf dem Markt – 15 Uhr: die anwesenden Vertreter stellen sich und ihre Squats vor: Aktionen, Visionen, Programme, Zusammenarbeit, Kontakte, Netzwerke etc. – Abends: Essen und Tanz

26.3. im CPA – 15 Uhr Auseinandersetzung in kleinen Gruppen zum Thema unserer Beziehungen nach aussen: wie weit soll man sich nach aussen öffnen, Beziehungen zu den NachbarInnen, Medien, Behörden, Einstellungen zu Armut, nomadischen und ephemerischen Lebensformen, Legalität, Illegalität “Izmir” (aus St Etienne) bieten einen juristischen Workshop an – Abends: Essen

27.3. im 102 und CPA – 15 Uhr: Auseinandersetzung in kleinen Gruppen zu unseren Interna: Formen der Entscheidungsfindung, Machtstrukturen, Spezialisierung, Zeiteinteilung, kollektiver Alltag, Beziehungen im Miteinander der BewohnerInnen und derer, die im Squat arbeiten, ohne selbst dort zu wohnen, Geschlechtertrennung – Abends: Essen

Ausserdem: Videos, Dinge, die von den TeilnehmerInnen mitgebracht und angeboten werden … Damit Zeit dafür bleibt, haben wir die Vormittage, die frühen Nachmittage und Abende nicht mit verplant- genauere Absprachen erfolgen am Samstag Abend. Logistik: ein Hauptverantwortlicher für jede Aufgabe (Küche, Aufräumen etc.) in den gastgebenden Squats, freiwillige Helfer mögen sich bitte in die Listen eintragen.

Wer kommen will, möge bitte so schnell wie möglich anrufen, dass wir uns vor allem unterbringungstechnisch organisieren können. Wenn möglich, lasst Eure Hund zu Hause, dass sie unsere Katzen nicht fressen! Wenn Ihr nicht kommen könnt, schickt uns bitte trotzdem Euer Infomaterial, Poster, Plakate, Flyer etc., wir freuen uns über Post!

102 102 rue d’Alembert 38000 Grenoble

CPA 28 rue Georges Sand 38100 Grenoble

phon +33 4 76 40 31 20

Ciao ciao

die GrenoblerInnen (übersetzt: salome)


Nancy: 2 polnische Squatter verurteilt und ausgewiesen

  Nancy: 2 polnische Squatter verurteilt und ausgewiesen


Am 22. 3. 2001 hat unser Land der Menschenrechte klar zu verstehen gegeben, dass es mit denen, die es für Parasiten hält, keine Güte walten lässt.

Ich rede von dem Prozess gegen Robert und Bouly, zwei polnische Squatter ohne Aufenthaltsgenehmigung, die bei der Räumung der Squats in der rue de Mulhouse von der Polizei verhaftet wurden. Weil sie keine Papiere haben und 6 g Haschich bei ihnen gefunden wurden, wurden sie zu einem Monat Haft verurteilt und erhielten ein 2jähriges Verbot, das französische Territorium wieder zu betreten. Die Verteidigerin musste sich vom Staatsanwalt Dinge anhören wie “Sie wird uns noch alle zum Weinen bringen!” In seinem Plädoyer legte er alles daran, die Anwältin zum Schweigen zu bringen und liess durchklingen, dass, egal wie sie argumentieren würde, das Urteil im Prinzip schon feststand “…. welch eine Parodie von Gerechtigkeit! Wir haben diesem Trauerspiel ohnmächtig beigewohnt ….

thierry (acide folik), übersetzt + gekürzt salome (squatnet)


Demo gegen weitere Repression in Nancy am 15.3.

  Demo gegen weitere Repression in Nancy am 15.3.


Das Komitee gegen Räumung hat am 15. März (Ende der Schonzeit für Mieter mit abgelaufenen Mietverträgen in der Winterperiode) eine symbolische Versammlung vor der Präfektur organisiert., um gegen die Räumung von 4 Squats Ende Januar und die Kriminalisierung der BesetzerInnen zu protestieren.

Wenn dies auch keine Massenveranstaltung war, so haben wir dennoch lokal darauf hingewiesen, dass es keine adäquate Rechtssprechung gibt für all diejenigen, die wegen des heiligen Privateigentums ihre Miete nicht bezahlen können (oder sich entschieden haben, dies nicht zu wollen).

Wir haben diesen Anlass gleichfalls genutzt, um unseren Standpunkt zu den Lügen, die die Präfektur über das Squat in der rue de Mulhouse verbreitet, kundzutun. Das Solikonzert zur Unterstützung von Robert und Bouly, zwei polnischen Squattern, die bei der Räumung der Squats in der rue de Mulhouse von der Polizei verhaftet wurden, war relativ erfolgreich: Wir können ihnen 1200 FF zur Verfügung stellen. Am 22. März werden sie zur Berufung vorgeladen. Die Aussichten sind eher schlecht: Sie können vor ihrer Abschiebung nach Polen und dem langjährigen Verbot, das französische Territorium wieder zu betreten, zu 2 Monaten Haft in Frankreich verurteilet werden. Der Staatsanwalt hatte Berufung eingelegt und ist bekannt für seine harte Linie gegenüber Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis.

acide folik (übersetzt: salome)


neues Squat in Dijon rue de la BoudronnéeNr. 8

  neues Squat in Dijon rue de la BoudronnéeNr. 8


In Dijon wurde ein neues Squat eröffnet. Trotz verstärkter Räumungsmassnahmen seitens der Behörden ist in Dijon eine erneute Besetzung gelungen: ein altes, verfallenes Haus wird zu einem neuen, symbolischen Ort.

Es folgt ein Auszug aus der Presseerklärung der BesetzerInnen:

Das Haus in der rue de la Boudronnée 8 ist seit dem 15. März nicht mehr dem Verfall preisgegeben. Dieses Datum fällt auf das Ende der Winterperiode, in der die Präfektur zahlreichen MieterInnen, deren Verträge ausgelaufen sind, eine Schonfrist einräumt. Diese Winterregelung löst in keinster Weise die Wohnungsprobleme, vor denen mehr und mehr Menschen aus den ärmeren Schichten der Bevölkerung stehen, die, wenn sie unter normalen Bedingungn wohnen wollen, dafür 2/3 ihres geringen Einkommens aufbringen müssen. Viele MieterInnen werden ihre Wohnung nach Ablauf dieser Winterschonfrist verlieren, dass die entsprechenden Immobilien von den EigentümerInnen rentabler genutzt werden können. Das Recht auf Wohnen unterliegt der Rentabilisierung der Mieten und ist somit nur bestimmten Schichten der Bevölkerung vorbehalten. Der Winter ist fast vorbei, aber trotzdem braucht der Mensch zum Leben ein Dach über dem Kopf. Das Recht auf Wohnraum darf nicht von der Jahreszeit abhängig gemacht werden! Deshalb der Beschluss, das Haus in der rue de la Boudronnée 8 zu besetzen und dort Wohnraum zu schaffen.

Diese Massnahme wurde ebenfalls aus dem Grund getroffen, dass wir nicht mehr von Wohltätigkeitsorganisationen abhängen wollen, die uns mehr in eine Abseitsposition bringen, als dass sie uns helfen. Wir möchten uns unser Leben aufbauen und einrichten, ohne systematisch dabei von anderen Personen abhängig zu sein.

Unser unmittelbares Projekt besteht in der Rehabilitierung dieses Hauses, um hier einen Ort gemeinschaftlichen Lebens (wieder)herzustellen.

Die BewohnerInnen rue de la Boudronnée Nr. 8 (übersetzt: salome)


Berlin: Kadterschmiede bleibt!

  Berlin: Kadterschmiede bleibt!


Das Kulturprojekt Kadterschmiede ist zum 15.3. aufgefordert worden, die seit 10 Jahren genutzten Räume zu verlassen. Diesem werden wir nicht nachkommen, da sich das Hausprojekt Rigaerstr. 94 selbst verwaltet und Belegung der Räume selbst bestimmt. Deshalb werden wir am Mi, 14.3., Kino zum Thema Häuserkampf veranstalten (siehe Terminseite). Am 15./16.3. gibt es ab 6.00 Uhr morgens(!) leckeres Frühstück – wir zählen auf eure Solidarität!

Beim letzten Vorfall drang der Hauseigentümer mit Hilfe der Polizei in vermietete Räume ein und setzte eine Hausbegehung durch. Die Polizei machte sich zu willigen Bütteln, obwohl sein Einbruch illegal war. Es wurde Anzeige gegen den Eigentümer gestellt (Hausfriedensbruch, tätl. Beleidigung), aber auch gegen BewohnerInnen und Unterstützende wurde wegen Widerstand etc. von der Polizei angezeigt. Unklar ist, was genau am 15./16.3. geschehen wird – vom Bulleneinsatz bis garnix – es ist alles möglich.

Linke Strukturen verteidigen – Kadterschmieden aufbauen!!!

Achtung! Prozesstermin wegen Rigaerstr. 94 (Bulleneinsatz im April 2000). Dem Angeklagten wird Landfriedensbruch, Körperverletzung und Widerstand vorgeworfen. Termin ist am 16.3. um 12.00 Uhr im Landgericht Moabit, Raum 456 – kommt zahlreich!

[squat!net]


Die Stadt sind wir ALLE! – reclaim the city!

  Die Stadt sind wir ALLE! – reclaim the city!


InnaStadtAktion zum Gemeinsam-Machen unter dem Motto: Berlin bleibt bunt! Tu was Du willst! Vielfalt und Kreativität gegen Umstrukturierung und die Hauptstadt der Langeweile! Treffpunkt am Samstag, dem 17.03. ab 14:00Uhr (pünktlich…) in Berlin-Mitte auf der Wiese an der Ecke Behrenstrasse/Ebertstrasse.

Mit guter Musik, Kaffee & Kuchen, jeder Menge selbständig denkender & netter Leute, Volksküche, Strassentheater, Performances, Actions, Abhängen & dem Laster frönen, Massage, Stassenmalerei, Schminken & Verkleiden & was EUCH sonst noch so einfällt!

SELBER WAS MACHEN STATT KONSUM & JAMMERN!

look at rts-homepage for more info.

[squat!net]


VON DER ALTEN KOLONIE ZUM SPEKULATIONSOBJEKT

  VON DER ALTEN KOLONIE ZUM SPEKULATIONSOBJEKT


Die Siedlungsinitiative Oberhausen stellt sich vor

Aus den Hausbesetzungen der Arbeitersiedlung Stemmersberg heraus, die zur Unterstützung um den Erhalt der Arbeitersiedlung 1996 stattfanden, kam es zum Umzug in die durch die LEG angebotenen Häuser/ Wohnungen in der Weierheide. Schon vorher wurde mit der LEG über mögliche Eigenleistungen in den neuen Wohnungen verhandelt. So wurden in verschiedenen Wohnungen Badezimmer, Heizungen oder Dachfenster eingebaut. Im Gegenzug erließ die LEG den entsprechenden Mietzins. Dies alles setzte eine Verhandlungsebene voraus, die mühsam erkämpft wurde. Schon bald gab es ein breiteres Interesse an den leerstehenden Wohnungen durch andere, v.a. jüngere Menschen. Denn nur die konnten sich vorstellen sich in einer Siedlung zu integrieren, in der damals kein deutscher Arbeiter einziehen wollte, außerdem Sanierungsarbeiten in den zum Teil baufälligen Wohnungen zu leisten und sich vor allem einer Wohnraumpolitik der Vereinzelung und der stetig steigenden Mietpreise entgegenzusetzen.

Zwischenstop Die Siedlung Weierheide passte dem landeseigenen Unternehmen LEG nicht ins Wirtschaftskonzept und deshalb verhökerte sie die Siedlung im Paket mit anderen Projekten an die Firma SME – statt Miete Eigentum – . SME hat sich ebenso nicht für die Siedlung interessiert, die vertraglich vereinbarten Grünanlagenarbeiten wurden nur ausnahmsweise und auf enormen Druck der MieterInnen durchgeführt, bis die MieterInnen schließlich selbst die Mittelwiese und die dazugehörigen Hecken pflegte. Nebenkostenabrechnungen wurden bisher noch keinem Mieter zugeschickt.

Dubiose Praktiken Schließlich wurde die Siedlung im Oktober 2000 erneut, diesmal an die Essener Firma Burger Grundbesitz, verkauft. Burger, ein junger Unternehmer, musste bald erkennen, dass er wohl zuviel bezahlt hatte. Die Siedlungsinitiative setzte sich mit Burger an einen Tisch, um eine mögliche Bildung einer Genossenschaft durch die BewohnerInnen und den daraus resultierenden Verkauf zu verhandeln. Burger wurde dadurch mit den Interessen der MieterInnen konfrontiert. Anstatt sich ehrlich damit auseinander zu setzten, hat Burger schon bald über die MieterInnen hinweg gehandelt und zog mit ArchitektInnen, Baufirmen und Vermessungsfirmen durch die Siedlung. Den Plan, die Häuser zu parzellieren und zu verkaufen, versuchte er durchzusetzen. Er bot, in seinen Augen höchst ehrenwert, einzelne Wohnungen den Mietern zum Verkauf an. Diese sollten bevorzugt werden. Auch wurde netterweise ein türkisches Unternehmen, Fa. Otoman, beauftragt mit den vorwiegend türkischen MieterInnen in Kontakt zu treten. In dem Schreiben verspricht Burger ein tolles Kaufangebot zu gar günstigen Konditionen, natürlich bleiben die Wohnungen unrenoviert und Schadensersatzansprüche seien nach dem Verkauf erst gar nicht an ihn zu stellen. Um sein Vorhaben umzusetzen hat er bereits Veränderungen in der Siedlung vorgenommen. Ein Hausmeister renoviert sich eine Wohnung und sorgt zwischendurch für Ordnung. Er klaut eines Tages aus einem Garten ein Transparent. Es kommt zum ersten polizeilichen Einsatz in der Siedlung. Das Transparent bleibt natürlich da, wo es ist.

MieterInnen widersetzen sich Gärten vor den Häusern werden von Burger ohne Ankündigung zerstört. Gasleitungen sollen gelegt werden. Juristische Schritte gegen Burger sind eingeleitet. Am Rosenmontag kommt es dann zu einem überhasteten Einsatz von Bauarbeitern, die die Hecken der Mittelwiese mit Motorsägen und nur unzureichender Schutzkleidung bearbeiten. Nun ist das Fass übervoll. MieterInnen stellen sich entgegen. Die eiligst gerufene Polizei muss aufgebrachte MieterInnen zurückhalten und nimmt einige in Gewahrsam.

Eine ganz normale Wiese? Die Mittelwiese ist der Kommunikationspunkt der Sieldung, ein Ort auf dem Wäsche getrocknet wird, dort trifft man sich und klönt, der von der Siedlungsinitiative umgebaute Spielplatz wird zu jeder Jahreszeit genutzt, der Rest der Wiese nutzt den Kindern zum Fußballspiel. Alles unter der Aufsicht der Eltern, die am Haus mit den Nachbarn sitzen oder im Haus das Essen vorbereiten. Zu schön um wahr zu sein. Und das soll zerstört werden? Nein!

Die Siedlungsinitiative Weierheide widersetzt sich

und fordert

den Erhalt von bezahlbarem Mietwohnraum

den Erhalt der Arbeitersiedlung Weierheide in ihrem jetzigen sozialverträglichem Zustand

von den PolitikerInnen der Stadt Oberhausen und des Landes NRW sich aktiv für die Siedlung einzusetzen

von der Stadt Oberhausen, sämtliche baurechtlichen Veränderungsanträge von Burger zu stoppen

von den Arbeitersiedlungen aus Oberhausen sich zu solidarisieren

die Firma Burger auf, sich sofort aus der Siedlung zurückzuziehen

[squat!net]


VON DER ALTEN KOLONIE ZUM SPEKULATIONSOBJEKT

  VON DER ALTEN KOLONIE ZUM SPEKULATIONSOBJEKT


Aus den Hausbesetzungen der Arbeitersiedlung Stemmersberg heraus, die zur Unterstützung um den Erhalt der Arbeitersiedlung 1996 stattfanden, kam es zum Umzug in die durch die LEG angebotenen Häuser/ Wohnungen in der Weierheide. Schon vorher wurde mit der LEG über mögliche Eigenleistungen in den neuen Wohnungen verhandelt. So wurden in verschiedenen Wohnungen Badezimmer, Heizungen oder Dachfenster eingebaut. Im Gegenzug erließ die LEG den entsprechenden Mietzins. Dies alles setzte eine Verhandlungsebene voraus, die mühsam erkämpft wurde. Schon bald gab es ein breiteres Interesse an den leerstehenden Wohnungen durch andere, v.a. jüngere Menschen. Denn nur die konnten sich vorstellen sich in einer Siedlung zu integrieren, in der damals kein deutscher Arbeiter einziehen wollte, außerdem Sanierungsarbeiten in den zum Teil baufälligen Wohnungen zu leisten und sich vor allem einer Wohnraumpolitik der Vereinzelung und der stetig steigenden Mietpreise entgegenzusetzen.

Zwischenstop Die Siedlung Weierheide passte dem landeseigenen Unternehmen LEG nicht ins Wirtschaftskonzept und deshalb verhökerte sie die Siedlung im Paket mit anderen Projekten an die Firma SME – statt Miete Eigentum – . SME hat sich ebenso nicht für die Siedlung interessiert, die vertraglich vereinbarten Grünanlagenarbeiten wurden nur ausnahmsweise und auf enormen Druck der MieterInnen durchgeführt, bis die MieterInnen schließlich selbst die Mittelwiese und die dazugehörigen Hecken pflegte. Nebenkostenabrechnungen wurden bisher noch keinem Mieter zugeschickt.

Dubiose Praktiken Schließlich wurde die Siedlung im Oktober 2000 erneut, diesmal an die Essener Firma Burger Grundbesitz, verkauft. Burger, ein junger Unternehmer, musste bald erkennen, dass er wohl zuviel bezahlt hatte. Die Siedlungsinitiative setzte sich mit Burger an einen Tisch, um eine mögliche Bildung einer Genossenschaft durch die BewohnerInnen und den daraus resultierenden Verkauf zu verhandeln. Burger wurde dadurch mit den Interessen der MieterInnen konfrontiert. Anstatt sich ehrlich damit auseinander zu setzten, hat Burger schon bald über die MieterInnen hinweg gehandelt und zog mit ArchitektInnen, Baufirmen und Vermessungsfirmen durch die Siedlung. Den Plan, die Häuser zu parzellieren und zu verkaufen, versuchte er durchzusetzen. Er bot, in seinen Augen höchst ehrenwert, einzelne Wohnungen den Mietern zum Verkauf an. Diese sollten bevorzugt werden. Auch wurde netterweise ein türkisches Unternehmen, Fa. Otoman, beauftragt mit den vorwiegend türkischen MieterInnen in Kontakt zu treten. In dem Schreiben verspricht Burger ein tolles Kaufangebot zu gar günstigen Konditionen, natürlich bleiben die Wohnungen unrenoviert und Schadensersatzansprüche seien nach dem Verkauf erst gar nicht an ihn zu stellen. Um sein Vorhaben umzusetzen hat er bereits Veränderungen in der Siedlung vorgenommen. Ein Hausmeister renoviert sich eine Wohnung und sorgt zwischendurch für Ordnung. Er klaut eines Tages aus einem Garten ein Transparent. Es kommt zum ersten polizeilichen Einsatz in der Siedlung. Das Transparent bleibt natürlich da, wo es ist.

MieterInnen widersetzen sich Gärten vor den Häusern werden von Burger ohne Ankündigung zerstört. Gasleitungen sollen gelegt werden. Juristische Schritte gegen Burger sind eingeleitet. Am Rosenmontag kommt es dann zu einem überhasteten Einsatz von Bauarbeitern, die die Hecken der Mittelwiese mit Motorsägen und nur unzureichender Schutzkleidung bearbeiten. Nun ist das Fass übervoll. MieterInnen stellen sich entgegen. Die eiligst gerufene Polizei muss aufgebrachte MieterInnen zurückhalten und nimmt einige in Gewahrsam.

Eine ganz normale Wiese? Die Mittelwiese ist der Kommunikationspunkt der Sieldung, ein Ort auf dem Wäsche getrocknet wird, dort trifft man sich und klönt, der von der Siedlungsinitiative umgebaute Spielplatz wird zu jeder Jahreszeit genutzt, der Rest der Wiese nutzt den Kindern zum Fußballspiel. Alles unter der Aufsicht der Eltern, die am Haus mit den Nachbarn sitzen oder im Haus das Essen vorbereiten. Zu schön um wahr zu sein. Und das soll zerstört werden? Nein!

Die Siedlungsinitiative Weierheide widersetzt sich

und fordert

den Erhalt von bezahlbarem Mietwohnraum

den Erhalt der Arbeitersiedlung Weierheide in ihrem jetzigen sozialverträglichem Zustand

von den PolitikerInnen der Stadt Oberhausen und des Landes NRW sich aktiv für die Siedlung einzusetzen

von der Stadt Oberhausen, sämtliche baurechtlichen Veränderungsanträge von Burger zu stoppen

von den Arbeitersiedlungen aus Oberhausen sich zu solidarisieren

die Firma Burger auf, sich sofort aus der Siedlung zurückzuziehen

[squat!net]


Die Bedrohung des Vrankrijk steigt weiter… Presseerklaerung 6. Maerz

  Die Bedrohung des Vrankrijk steigt weiter… Presseerklaerung 6. Maerz


  Die Verhandlungen zwischen Vrankrijk und dem Stadtrat sind aufgrund des Unwillens der Polizei gescheitert

Amsterdam, 6. Maerz 2001

Nachdem der Buergermeister Cohen Anfang Januar mitgeteilt hatte, noch einmal mit dem politisch kulturellen Zentrum “Vrankrijk” (Spuistraat 216, Amsterdam, Niederlande) sprechen zu wollen, wurde das Kollektiv mit der Frage, ob Sie sich auf Gespraeche mit einem unabhaengigen Vermittler einlassen wuerden, konfrontiert. Dies alles um zu gucken, ob eine friedliche Loesung noch zu den Moeglichkeiten gehoert. Das Kollektiv ging natuerlich auf diese Bitte ein und es wurden sechs nichtoeffentliche Gespraeche mit diesem Vermittler gefuehrt.

Im Laufe dieser Gespraeche wurden verschiedene Optionen besprochen und das Kollektiv ist in seiner Bereitschaft, eine Uebereinkunft zu treffen, sehr weit gegangen. Der Vorschlag, der nach langen Gespraechen dem Buergermeister Cohen als reele Alternative praesentiert wurde, war der folgende: Vrankrijk akzeptiert die Schankgenehmigung, das Vrankrijk haelt sich an die daran verbundenen Auflagen und stimmt auch einer unangekuendigten Kontrolle (dieser Auflagen) zu. Ausserdem hat sich das Vrankrijk bereit erklaert, dieses alles mit einer Probezeit von zwei Jahren zu verbinden. Das einzige was als Gegenleistung der Stadt davon erwartet wurde, war dass die Kontrolle durch die Polizei durchgefuehrt werden darf, sondern nur von der Feuerwehr und dem Umweltdienst der Stadt Amsterdam.

Von Anfang an war der Stadtrat nicht sehr gluecklich damit: Sie befuerchteten, dass die Polizei sich ausgebotet fuehlt. Als dann dieser Vorschlag danach den hohen Funktionaeren der Polizei vorgestellt wurde, bewahrheitete sich diese Angst: Die Polizei war wuetend und machte deutlich, das Cohen bei Zustimmung zu diesem Kompromiss 6000 Polizisten in Amsterdam als Feind hat. Der gerade erst angetretene Buergermeister beugte sich diesem Druck. Offensichtlich hat die Polizei von Amsterdam gerade das politische Sagen ueber die Stadt Amsterdam.

Der endgueltige Vorschlag, auf den sich der Stadtrat einliess, war, dass die Inspektion durch zwei von den Besetzern bestimmte Beamte in zivil durchgefuehrt werden sollte. Die Stadt erklaerte dazu, dass sie sich mit diesem Vorschlag auf einen enormen Kompromiss eingelassen habe. Und das alles, obwohl die Benutzer und Sympathisanten von Anfang an deutlich gemacht hatten, dass man ueber alles reden kann, ausser ueber Polizeikontrollen. Der Druck der Polizei auf die Stadt hat eine Loesung verhindert. Anscheinend sind die politischen Aktivitaeten des Vrankrijks von der Polizei und der Stadt nicht tolerierbar.

Was das Vrankrijk schon laenger vermutete, wurde durch diese Verhandlungen nochmals bestaetigt: Es geht hier nicht um ein paar Formalitaeten bezueglich der Schankgenehmigung, nein, es geht hier um das Prinzip der Autoritaeten in Amsterdam.

Das Vrankrijk muss, genauso wie der Rest von Amsterdam, der Autoritaet unterworfen werden. Das Vrankrijk steht dagegen auf und ruft den Rest von Amsterdam auf, das ebenso zu tun.

Es war die Polizei, die diese Verhandlungen sabotiert hat und es ist auch die Polizei, und natuerlich auch die Politiker, die das zulassen haben, die verantwortlich fuer das Scheitern der Verhandlungen sind.

Die Stadt wird nun behaupten, dass sie alles moegliche getan hat, um eine friedliche Loesung zu erreichen. Dieser Bericht macht deutlich, dass das nicht der Wahrheit entspricht.

VRANKRIJK BLEIBT!***Ende Presseerklaerung***Mehr Information unter: Tel: 0031-06-23951490…email:info [at] vrankrijk [dot] org…www.vrankrijk.org

[squat!net]


Unverträgliche Flora-Demo zu Springer, STEG und Lerchenwache

  Unverträgliche Flora-Demo zu Springer, STEG und Lerchenwache


Ca. 500 Leute demonstrierten heute für die Unverträglichkeit und Unverkäuflichkeit der Flora. Auf dem Weg vom Gänsemarkt zur Flora machte der kraftvolle Jubelumzug bei Springer, der STEG und vor der Lerchenwache Halt, um den dortigen Repräsentanten von Hetzpresse, P-Schicht-Wache und Umstrukturierungsgesellschaft ganz besondere Geschenke der Flora zu übergeben…

Eisig war das Wetter, und doch war es ein lautstarker Jubelumzug, der die Unverträglichkeit der Roten Flora betonte. Auch zur aktuellen Entwicklung, dem möglichen Verkauf des Hauses an eine Privatperson wurde Stellung bezogen. Verlesen wurde die Presseerklärung der Flora zum Thema, Parolen aus dem Stegreif gab es sowieso – Gerda Gerda wir grüßen Dich – unser Haus, das kriegst Du nicht!

Doch sollte nicht nur die Flora thematisiert werden, sondern mindestens genauso die politischen Inhalte, für die die Flora stand und steht. An drei Orten an der Demoroute überreichten die DemonstantInnen Repräsentanten von Presse, Polizei und Stadt ganz spezielle Geschenke, während in Redebeiträgen der Hintergrund erläutert wurde…

Am Springerhaus gab einen schwarz-rot-goldenen Scheißhaufen hinreichend bekannte Pressearbeit des Verlages, die Lerchenwache erhielt den goldenen Schlagstock für die rassistischen Polizeiübergriffe im Schanzenviertel, verübt insbesondere von der P-Schicht, und schließlich wurde der STEG ein Standortwichtel in den Nationalfarben übergeben.

Eine Open-Air-Vokü am Seiteneingang der Flora beendete den demonstrativen Jubelumzug.

[squat!net]